GARBSEN GEGEN SUEDLINK
Bürgerinitiativen Garbsen

26.05.2018

Alternativer Szenariorahmenentwurf: forcierter überregionaler Netzausbau ist unnötig

Dokument alternativer Szenariorahmenentwurf
Foto: En

Die Grundlage für den Netzausbau - insbesondere im Hinblick auf die Höchstspannungstrassen wie SuedLink oder SuedOstLink - bildet der Netzentwicklungplan. In ihm wird der erwartete Strombedarf für die nächsten Jahre und Jahrzehnte in verschiedenen Szenarien prognostiziert und daraus der erforderliche Netzausbau abgeleitet. Delikat dabei ist, dass dieser Plan inhaltlich wesentlich von den Übertragungsnetzbetreibern erstellt wird, die dann an den Leitungsentgelten verdienen. Die Bundesnetzagentur wirkt hier im wesentlichen nur qualitätssichernd mit und entscheidet schlussendlich. Alternative Entwicklungspläne oder Szenarien von anderer Seite gab es bisher nicht.

Nun hat sich aber ein Verein gegründet - der energy platform e.V. - , dem Energieexperten mehrerer Bundesländer angehören. Er hat einen alternativen Szenariorahmen erarbeitet und bei der Bundesnetzagentur eingereicht. Dieser Szenariorahmen geht von völlig anderen Voraussetzungen aus und kommt auch zu ganz anderen Schlussfolgerungen. Danach kann auf den forcierten Ausbau überregionaler Höchstspannungstrassen verzichtet werden, und das sogar obwohl ein viel größerer Strombedarf in der Zukunft prognostiziert wird.

Die Kernbotschaft ist, dass zur Erreichung der Klimaschutzziele schnell und konkret fossile Energieerzeugung zurückgebaut werden muss, allem voran die aus Braunkohle. Gaskraftwerke werden als Übergangstechnologie gesehen. Der Ausbau erneuerbarer Energieerzeugung muss massiv vorangetrieben werden. Um aus dem Dilemma herauszukommen, dass bei der naturgemäß schwankenden Erzeugung erneuerbarer Energie ständig eine fossile Ersatzleistung in annähernd gleicher Höhe vorgehalten werden muss, setzt das Konzept von energy platform e.V. massiv auf den Ausbau der Speichertechnologien auf allen Ebenen. Energiespeicher würden im derzeitigen Planungsprozess ignoriert: "Sowohl ÜNB [Übertragungsnetzbetreiber] als auch die BNetzA [Bundesnetzagentur] erklären sich dafür als nicht zuständig", heißt es. Speicher sind aber Schlüsseltechnologien, die teuren Redispatch und das Vorhalten fossiler Ersatzkraftwerke unnötig machen.

Der Alternative Szenariorahmen 2019-2030 von energy platform e.V. enthält noch weitere Kernthesen, um das Ziel der Versogungssicherheit mit regenrativ erzeugtem Strom für den zukünftigen Bedarf zu erreichen:

Viele dieser Punkte haben auch die Bürgerinitiativen Garbsen gegen SuedLink wiederholt gefordert, um die regenerative Stromversorgung von morgen zu sichern und damit die Klimaziele zu erreichen.

Der alternative Szenariorahmen von energy platform e.V. schließt mit der Aufforderung an Unternehmen, Institutionen, NGOs, Vereine und politische Organisationen, sich dieser alternativen Bedarfsplanung anzuschließen und die Energiewende 'von unten' neu zu gestalten.

Hier gehts zum Dokument auf platform-energy.de

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