Vorzeige-Dorf der Energiewende soll für Braunkohleverstromung weichen

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Das ARD-Magazin Monitor berichtet in der Sendung vom 14.9. über das Dorf Proschim in der Niederlausitz. Mithilfe von Biogas- und Photovoltaikanlagen und einem eigenen Windpark erzeugt das Dorf 10 mal so viel Strom wie es selbst verbraucht.

Zum Vergleich: in Garbsen ist es mindestens entgegengesetzt: Bei uns wird derzeit mehr als 10 mal soviel Strom verbraucht wie selbst regenerativ erzeugt – also viel zu wenig!

Proschim hat allerdings ein anderes Problem: es liegt am Rande eines riesigen Braunkohletagebaus (siehe etwa hier auf OpenStreetMap)  und die Bagger kommen immer näher. Da die Bundesregierung weiter auf Braunkohleverstromung setzt, wird es wohl bald verschwinden.

Der gesamte Artikel findet sich HIER . Im Video beginnt das Thema bei Minute 3:50. Der Originalton des Videos ist auch im Text zu finden; dort am besten nach dem Stichwort „Proschim“ suchen.

Gesundheitsrisiken der Stromtrassen unklar – Studie soll gestartet werden

Das Bundesamt für Strahlenschutz teilt mit, dass in den nächsten sechs Jahren verschiedene Studien zu den gesundheitlichen Risiken der Starkstromleitungen durchgeführt werden sollen. Es gibt derzeit noch offene wissenschaftliche Fragen und Verdachtsmomente, dass gesundheitliche Gefährundungen nicht auszuschließen sind. Die Studien werden vom Bundesumweltministerium finanziert.

Zum Artikel beim MDR

Fernstromleitungen sind ungeeignet zum Ausgleich fluktuierender erneuerbarer Energien

Gern wird von den Befürwortern der SuedLink-Trasse die Wichtigkeit dieser Stromleitung für die Energiewende hervorgehoben. Die Übertragungsnetzbetreiber, die von den hohen Durchleitungsentgelten profitieren, reden gar von der „Hauptschlagader der Energiewende“. Der Ausbau von Speichertechnologien wird dagegen nicht thematisiert.

Der Solarenergie-Förderverein Deutschland hat einen Artikel veröffentlicht, in dem hergeleitet wird, dass die Energiewende mit diesem Ansatz nicht erreicht werden kann. Selbst bei massivem Ausbau von Wind- und Solarenergieerzeugung kommt es in ganz Deutschland regelmäßig zu Dunkelflauten, wenn keine Sonne scheint und nicht genügend Wind weht. Die erzeugte erneuerbare Wind- und Solarenergie reicht dann bei weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken. Umgekehrt wird bei hoher Sonneneinstrahlung und viel Wind viel mehr Strom erzeugt, als benötigt wird. Ein Ausgleich dieses zeitlich verschobenen Mangels und Überangebots kann nur durch durch den Ausbau von Stromspeichern erreicht werden und eben nicht durch Fernstromleitungen. Außerdem muss die Erzeugung regenerativer Energien weiter gefördert und nicht gedeckelt werden!

Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, muss zwangsläufig auf fossile oder atomare Stromerzeugung zurückgegriffen werden; die Energiewende wird somit nicht erreicht.

Das Zahlenmaterial für diese Hochrechnung stammt von der Agora-Initiative, einer Einrichtung, die einen wissenschaftlich-politischen Diskurs zum Voranbringen der Energiewende unterstützt.

Hier gehts zum Artikel in voller Länge auf www.sfv.de.

Hier geht’s nicht durch: Kreuze neu positioniert

Nach der SuedLink-Neuplanung sind andere Bereiche in Garbsen von der Trassenplanung betroffen. Nun führt das Korridorsegment 55 im Westen von Frielingen und die Segmente 57 und 58 westlich und östlich an Schloss Ricklingen vorbei.

Die roten Protestkreuze wurden daher an der Frielinger Straße und an der Schloss Ricklinger Straße neu positioniert.

Klare Botschaft:
Hier geht’s nicht durch!

Bürgerinitiativen Garbsen beim Fest der Vereine

Am 18. Juni fand das 10. Fest der Vereine im Garbsener Rathaus und auf dem Rathausplatz statt. Auch die Bürgerinitiativen Garbsen waren mit dabei und haben an ihrem Stand über den Verlauf der neuen SuedLink-Trassenkorridore und den Stand des Verfahrens informiert.

Mit einem Modell im Maßstab 1:220 (Spur Z) wurden Auswirkungen für die Landschaft und auch geltende Abstandsregelungen verdeutlicht. Das Modell zeigt exemplarisch den Kabelgraben in der Bauphase und auch die riesigen Leitungsmasten mit deren Dimensionen und Mindestabständen zur Wohnbebauung. Überlandleitungen werden beim SuedLink zum Einsatz kommen, wenn Erdkabelverlegung aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht darstellbar ist. Dies könnte beim Unterqueren der Leine der Fall sein; so konnten die SuedLink-Planer bei der Bürgerversammlung in Frielingen (siehe hier) nicht überzeugend darstellen, dass dies technisch und wirtschaftlich machbar ist.

Mit der Button-Maschine konnten wieder Buttons mit den Logos der Bürgerinitiativen Garbsen geprägt werden, wie auch schon beim letzten Fest der Vereine, siehe Bürgerinitiativen informieren beim Fest der Vereine aus dem Jahr 2015.

Speicher statt Trasse!

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Es gibt immer mehr Initiativen, die darauf abzielen, die Energiewende mit Hilfe von Stromspeichern auf den Weg zu bringen. So hat Prof. Dr.-Ing. Volker Quaschning von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin berechnet, dass die Energiewende erreicht wird, wenn jeder dritte Haushalt in Deutschland einen Stomspeicher aufweist. Eine Initiative zur Installation weiterer Stromspeicher in den Haushalten kommt beispielsweise aus Bayern. Die Privathaushalte haben den Erfolg der Energiewende sozusagen selbst in der Hand. Zentrale Energieversorger oder Netzbetreiber spielen in diesem Ansatz keine Rolle mehr. Die gleiche Argumentation verfolgt auch Hermann Scheer in seinem Buch zur Energieautonomie.

Der Stromspeicher im eigenen Haushalt ist längst keine Zukunftsvision mehr. Es gibt dazu bereits viele Angebote auf dem Markt. So bietet die sonnen GmbH aus dem Allgäu die „Sonnenbatterie“ an: eine Speicherlösung für den Privathaushalt mit Kapazitäten von 2 bis 16 kWh. Es gibt unzählige weitere Anbieter solcher Produkte, wie etwa die Firma Tesla – bekannt durch die Herstellung von Elektroautos – aber auch Energiekonzerne wie E.ON (siehe etwa hier). Viele weitere Infos über Speicherlösungen findet man hier in einem Vortrag gehalten beim B.U.N.D Hannover.

Die Firma Tesla liefert auch Stromspeicher in größerem Ausmaß: Lösungen für Stadtwerke, die damit Schwankungen von lokal erzeugten regenerativen Energien ausgleichen können.

Wozu braucht man also den überdimensionierten SuedLink?

BUND und BBgS starten Offensive gegen überdimensionierten Stromnetzausbau

Die Landesverbände des BUND in Niedersachsen, Hessen, Thüringen und Bayern (BN) haben gemeinsam mit dem Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink (BBgS) bei einem Treffen am 27.01.2017 in Fulda erneut ihre ablehnende Haltung gegen die geplanten HGÜ-Leitungen SuedLink und SuedOstLink bekräftigt.

Ungeachtet der Tatsache, dass mit aller Wahrscheinlichkeit  in wenigen Wochen die offiziellen Verfahren (Bundesfachplanungen) für die großen HGÜ-Leitungen SuedLink und SuedOstLink eröffnet werden, setzen sich BUND und BBgS weiterhin für eine dezentral-regional orientierte und damit bürger- und umweltfreundliche Energiepolitik ein.

weiterlesen:

beim Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink

beim BUND Niedersachsen

Presseecho: zum Bericht der Frankfurter Neuen Presse

Daimler und Enercity bauen Batteriespeicher

In Herrenhausen entsteht ein Synergieeffekt ganz besonderer Art:

Der Kfz-Hersteller Daimler muss für seine Flotte von Elektro-Smarts viele Batteriemodule als Ersatzteile vorhalten. Wenn diese jedoch konventionell gelagert werden, drohen Kapazitätseinbußen durch Tiefenentladung. Die Batteriezellen müssen also regelmäßig ge- und entladen werden, sogar noch bevor sie im Elektromobil zum Einsatz kommen. In diesem Zusammenhang entstand eine Kooperation mit den Stadtwerken Hannover: Da hier bereits ein sehr großer Teil an regenerativ erzeugtem Strom angeboten wird, besteht Bedarf, die Leistungs-Schwankungen der erneuerbaren Energien zu glätten. Dazu kommt ein Stromspeicher wie gerufen. Enercity und Daimler AG haben sich daher zusammengetan, um gemeinsam ein Batteriespeicherwerk in Herrenhausen zu bauen. Es soll 3000 der Smart-Batteriemodule enthalten und wird eine Speicherkapazität von 15 MWh haben.

Enercity und Daimler unterstützen damit beispielhaft die Energiewende. Solche dezentralen Speicherlösungen sind effektiv und vor allem risikoarm im Vergleich zu einem höchst umstrittenen und extrem kostenintensiven Projekt wie dem SuedLink. Wozu braucht man diese teuere, umweltschädigende und anfällige zentrale Stromtrasse, wenn man derartige dezentrale Batteriespeicher haben kann? Süddeutschland hat noch viel ungenutztes Potential für Windstrom, und auch viel mehr Sonnenstunden als der Norden. Statt den Strom quer durch die Republik nach Süden zu leiten, macht es viel mehr Sinn, ihn vor Ort erneuerbar zu produzieren und die Schwankungen mit solchen Batteriespeicherlösungen (oder Power-To-Gas-Anlagen) auszugleichen!

Weitere Artikel zum Batteriespeicher-Projekt in Herrenhausen:

https://www.enercity.de/presse/pressemeldungen/2016/2016-02-01-batteriespeicher/
https://www.enercity.de/presse/pressemeldungen/2016/2016-11-21-Umweltminister-Wenzel-besucht-Herrenhausen/
http://m.pv-magazine.de/nachrichten/details/beitrag/enercity-setzt-verstrkt-auf-speicher_100025179/
http://www.elektroniknet.de/elektronik-automotive/elektromobilitaet/energiespeicher-aus-smart-batterien-bauen-127116.html