So geht’s: Oldenburger Energieversorger plant riesige Redox-Flow-Batterie

Die EWE Gasspeicher GmbH, eine Tochter des Oldenburger Energieversorgers EWE, plant einen riesigen Stromspeicher auf Basis der Redox-Flow-Technologie  zu bauen. Damit soll Wind- und Solarstrom zwischengespeichert und bei Flaute oder Dunkelheit wieder ins Netz abgegeben werden.

Skizze des Redox-Flow-Prinzips (Foto und Zeichnung: En)

Das Redox-Flow-Prinzip ist schon seit der Mitte des 20. Jahrhunderts bekannt: zwei unterschiedliche Elektrolyt-Flüssigkeiten werden aus großen Tanks gepumpt und in einer Kammer an einer Membran gegenläufig aneinander vorbei geleitet. Ladungsträger können die Membran passieren. Dadurch entsteht eine Spannungsdifferenz; es kann also Strom erzeugt werden. Sind die Flüssigkeiten entladen und wird an den beiden Seiten der Kammer eine Spannung angelegt, so werden die Flüssigkeiten wieder aufgeladen; man kann also Strom speichern. Dieser Ansatz hat gegenüber anderen Speichertechniken den Vorteil, dass die Ladung nicht mit der Zeit entweicht. Ferner kann man den Speicher unbegrenzt vergrößern, da er nur von der Flüssigkeitsmenge abhängt. Bislang waren die Materialien für den Elektrolyt noch selten und daher teuer, aber mittlerweile gibt es neue Erkenntnisse, dass sich hier auch organische Materialien und auch Polymere (Kunststoffe) eignen.

In einer Testphase werden zunächst große Tanks für die Elektrolyt-Flüssigkeiten zum Einsatz kommen. EWE plant, die Flüssigkeiten dann in unterirdischen Gaskavernen zu lagern, die ein Volumen von etwa 200.000 Kubikmetern haben. Damit ließe sich elektrische Energie in der Größenordnung von 700 Megawattstunden speichern. Damit kann man ganz Berlin für eine Stunde mit Strom versorgen. Das wäre nach Angaben von EWE die größte Batterie der Welt!

Ein sinnvoller Baustein für das Gelingen der Energiewende!

Mehr Informationen zum Thema:

 

Fernstromleitungen sind ungeeignet zum Ausgleich fluktuierender erneuerbarer Energien

Gern wird von den Befürwortern der SuedLink-Trasse die Wichtigkeit dieser Stromleitung für die Energiewende hervorgehoben. Die Übertragungsnetzbetreiber, die von den hohen Durchleitungsentgelten profitieren, reden gar von der „Hauptschlagader der Energiewende“. Der Ausbau von Speichertechnologien wird dagegen nicht thematisiert.

Der Solarenergie-Förderverein Deutschland hat einen Artikel veröffentlicht, in dem hergeleitet wird, dass die Energiewende mit diesem Ansatz nicht erreicht werden kann. Selbst bei massivem Ausbau von Wind- und Solarenergieerzeugung kommt es in ganz Deutschland regelmäßig zu Dunkelflauten, wenn keine Sonne scheint und nicht genügend Wind weht. Die erzeugte erneuerbare Wind- und Solarenergie reicht dann bei weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken. Umgekehrt wird bei hoher Sonneneinstrahlung und viel Wind viel mehr Strom erzeugt, als benötigt wird. Ein Ausgleich dieses zeitlich verschobenen Mangels und Überangebots kann nur durch durch den Ausbau von Stromspeichern erreicht werden und eben nicht durch Fernstromleitungen. Außerdem muss die Erzeugung regenerativer Energien weiter gefördert und nicht gedeckelt werden!

Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, muss zwangsläufig auf fossile oder atomare Stromerzeugung zurückgegriffen werden; die Energiewende wird somit nicht erreicht.

Das Zahlenmaterial für diese Hochrechnung stammt von der Agora-Initiative, einer Einrichtung, die einen wissenschaftlich-politischen Diskurs zum Voranbringen der Energiewende unterstützt.

Hier gehts zum Artikel in voller Länge auf www.sfv.de.

Hier geht’s nicht durch: Kreuze neu positioniert

Nach der SuedLink-Neuplanung sind andere Bereiche in Garbsen von der Trassenplanung betroffen. Nun führt das Korridorsegment 55 im Westen von Frielingen und die Segmente 57 und 58 westlich und östlich an Schloss Ricklingen vorbei.

Die roten Protestkreuze wurden daher an der Frielinger Straße und an der Schloss Ricklinger Straße neu positioniert.

Klare Botschaft:
Hier geht’s nicht durch!

BUND und BBgS starten Offensive gegen überdimensionierten Stromnetzausbau

Die Landesverbände des BUND in Niedersachsen, Hessen, Thüringen und Bayern (BN) haben gemeinsam mit dem Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink (BBgS) bei einem Treffen am 27.01.2017 in Fulda erneut ihre ablehnende Haltung gegen die geplanten HGÜ-Leitungen SuedLink und SuedOstLink bekräftigt.

Ungeachtet der Tatsache, dass mit aller Wahrscheinlichkeit  in wenigen Wochen die offiziellen Verfahren (Bundesfachplanungen) für die großen HGÜ-Leitungen SuedLink und SuedOstLink eröffnet werden, setzen sich BUND und BBgS weiterhin für eine dezentral-regional orientierte und damit bürger- und umweltfreundliche Energiepolitik ein.

weiterlesen:

beim Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink

beim BUND Niedersachsen

Presseecho: zum Bericht der Frankfurter Neuen Presse

Position der Bürgerinitiativen Garbsen zur SuedLink-Neuplanung

Nach den Bürgerprotesten gegen die Errichtung von oberirdischen Hochspannungsleitungen mussten die Netzbetreiber – wie Tennet – ihre Pläne ändern: Jetzt soll die Erdverkabelung Vorrang haben!

Nun liegt uns die neue Grobplanung mit den Alternativen 57 (durch Frielingen und Schloß-Ricklingen) sowie 58 (durch Frielingen, Horst und Altgarbsen) vor. Sie verlaufen beide etwas weiter westlich, zerschneiden aber weiterhin das Garbsener Stadtgebiet. Genaueres können wir erst dazu sagen, wenn uns detailliertere Planungen bzw. Pläne vorliegen.

Was bedeuten die neuen Varianten 57 bzw. 58 für Garbsen? Die Garbsener Bürgerinitiativen gegen SueLink meinen: “Für Garbsen hat sich dadurch nichts geändert, denn auch die Erdverkabelung mit einer Leitungskapazität von geplanten gigantischen 4 GW hat –  wie die Freileitung – gravierende Auswirkungen auf Natur und Umwelt!“

Die zu erwartenden Probleme bei Höchstspannungs-Gleichstrom-Erdkabeln, besonders die Auswirkungen auf Pflanzen, Tiere und Böden sind derzeit noch vollkommen unerforscht. Zu erwarten sind beim Bau große Erdbewegungen für die bis zu 40m breiten Trassen mit dauerhaften riesigen Schneisen durch die Landschaft.

Garbsen ist durch die vorhandene Infrastruktur wie die Autobahn 2, die Bundesstraße 6, den Mittellandkanal, den Militärflughafen Wunstorf und den internationalen Flughafen Langenhagen bereits stark belastet. Bei der Planung von Suedlink ist dem gesetzlich festgeschriebenen Bündelungsgebot zu folgen, damit möglichst wenig Raum und Landschaft beansprucht werden. Für Garbsen wird das Gegenteil geplant: Die geplante Alternativtrasse läuft in Nord-Süd-Richtung und damit praktisch bündelungsfrei senkrecht zur vorhandenen Infrastruktur. Sie durchschneidet wertvolle verbliebene und geschützte Natur-, Erholungs- und Freiräume der Stadt und zerstört die Landschaft.

Vorrang für Erdverkabelung bedeutet nicht, dass es keine gewaltigen Starkstrommasten geben wird!

Jede Trasse verschandelt und zerstört Landschaftsschutzgebiete. Gerade in Garbsen, das zum Teil eine dichte verstädterte Bebauung mit sozialen Brennpunkten aufweist, sind diese Naherholungsgebiete von besonderer Bedeutung. Sie stellen eine besonders wichtige Funktion für Freizeit und Erholung und das Landschaftserleben dar. Die sensiblen unter Naturschutz stehenden Moore im Norden Garbsens scheinen von der Alternative 58 ja wohl nicht mehr beeinträchtigt zu werden.

Die SuedLink Trassen (57/58) beeinträchtigen – genau wie die ALT-91 – die ländlichen Wohngebiete Garbsens und zerstören deren dörflichen Charakter und somit auch deren soziale Strukturen. Der Wert von Grundeigentum und Immobilien wird durch die Trasse erheblich gemindert, sofern sie überhaupt noch verkäuflich sind.
Auch eine Erdverkabelung greift erheblich in die Landschaft ein und zerstört historische Grünzüge; die riesigen Kabelübergangsanlagen – in Fußballfeldgröße – stellen massive Fremdkörper in der Landschaft dar.

Die SuedLink-Trasse durch Garbsen widerspricht dem Bündelungsgebot und ist daher für die Ga­­rbsener Bürgerinitiativen weiterhin inakzeptabel.

Alternative zum Stromnetzausbau: neue Windgas-Anlage

Eine vernünftige Alternative zum überdimensionierten Ausbau des Stromnetzes: Ökostrom vor Ort in Wasserstoff oder Methan umwandeln und im Gasnetz weiterleiten oder speichern. Diese Technologie wird als „Power to gas“ oder „Windgas“ bezeichnet. Damit können Windflauten und Dunkelphasen der regenerativ erzeugten Energien überbrückt werden – also eine Schlüsseltechnologie für die Energiewende.

Im bayerischen Haßfurt wurde letzte Woche eine solche Anlage in Betrieb genommen. Details dazu auf  greenpeace-energy.de und topagrar.com.

Mittlerweile steigt das Interesse an dieser Technik: Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium sieht Windgas als wichtigen Baustein der Energiewende

Rekord beim Stromexport

Stromautobahn.de berichtet, dass Deutschland in 2015 einen neuen Rekord beim Stromexport erreicht hat. Demnach wurden 85TWh exportiert, der Nettoexport lag bei über 48TWh.

Hier geht’s zum Artikel auf Stromautobahn.de.

Da fragt man sich natürlich: wofür wird dann der Netzausbau benötigt? Zur Versorgung der bundesdeutschen Bevölkerung mit Elektrizität oder zur Erzielung von Gewinnen im Stromhandel?

Auch Claudia Kemfert, Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit an der Hertie School of Governance, hatte im Mai 2015 in einem Interview mit dem Deutschlandradio Kultur auf diesen Trend aufmerksam gemacht: „Wir schwimmen im Moment im Strom“, sagt sie. Frau Kemfert kritisiert, dass es sich dabei größtenteils um Braunkohlestrom handelt: „Es gibt in Europa kaum noch dreckigeren [Strom]“.