Fernstromleitungen sind ungeeignet zum Ausgleich fluktuierender erneuerbarer Energien

Gern wird von den Befürwortern der SuedLink-Trasse die Wichtigkeit dieser Stromleitung für die Energiewende hervorgehoben. Die Übertragungsnetzbetreiber, die von den hohen Durchleitungsentgelten profitieren, reden gar von der „Hauptschlagader der Energiewende“. Der Ausbau von Speichertechnologien wird dagegen nicht thematisiert.

Der Solarenergie-Förderverein Deutschland hat einen Artikel veröffentlicht, in dem hergeleitet wird, dass die Energiewende mit diesem Ansatz nicht erreicht werden kann. Selbst bei massivem Ausbau von Wind- und Solarenergieerzeugung kommt es in ganz Deutschland regelmäßig zu Dunkelflauten, wenn keine Sonne scheint und nicht genügend Wind weht. Die erzeugte erneuerbare Wind- und Solarenergie reicht dann bei weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken. Umgekehrt wird bei hoher Sonneneinstrahlung und viel Wind viel mehr Strom erzeugt, als benötigt wird. Ein Ausgleich dieses zeitlich verschobenen Mangels und Überangebots kann nur durch durch den Ausbau von Stromspeichern erreicht werden und eben nicht durch Fernstromleitungen. Außerdem muss die Erzeugung regenerativer Energien weiter gefördert und nicht gedeckelt werden!

Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, muss zwangsläufig auf fossile oder atomare Stromerzeugung zurückgegriffen werden; die Energiewende wird somit nicht erreicht.

Das Zahlenmaterial für diese Hochrechnung stammt von der Agora-Initiative, einer Einrichtung, die einen wissenschaftlich-politischen Diskurs zum Voranbringen der Energiewende unterstützt.

Hier gehts zum Artikel in voller Länge auf www.sfv.de.

Hier geht’s nicht durch: Kreuze neu positioniert

Nach der SuedLink-Neuplanung sind andere Bereiche in Garbsen von der Trassenplanung betroffen. Nun führt das Korridorsegment 55 im Westen von Frielingen und die Segmente 57 und 58 westlich und östlich an Schloss Ricklingen vorbei.

Die roten Protestkreuze wurden daher an der Frielinger Straße und an der Schloss Ricklinger Straße neu positioniert.

Klare Botschaft:
Hier geht’s nicht durch!

BUND und BBgS starten Offensive gegen überdimensionierten Stromnetzausbau

Die Landesverbände des BUND in Niedersachsen, Hessen, Thüringen und Bayern (BN) haben gemeinsam mit dem Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink (BBgS) bei einem Treffen am 27.01.2017 in Fulda erneut ihre ablehnende Haltung gegen die geplanten HGÜ-Leitungen SuedLink und SuedOstLink bekräftigt.

Ungeachtet der Tatsache, dass mit aller Wahrscheinlichkeit  in wenigen Wochen die offiziellen Verfahren (Bundesfachplanungen) für die großen HGÜ-Leitungen SuedLink und SuedOstLink eröffnet werden, setzen sich BUND und BBgS weiterhin für eine dezentral-regional orientierte und damit bürger- und umweltfreundliche Energiepolitik ein.

weiterlesen:

beim Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink

beim BUND Niedersachsen

Presseecho: zum Bericht der Frankfurter Neuen Presse

Position der Bürgerinitiativen Garbsen zur SuedLink-Neuplanung

Nach den Bürgerprotesten gegen die Errichtung von oberirdischen Hochspannungsleitungen mussten die Netzbetreiber – wie Tennet – ihre Pläne ändern: Jetzt soll die Erdverkabelung Vorrang haben!

Nun liegt uns die neue Grobplanung mit den Alternativen 57 (durch Frielingen und Schloß-Ricklingen) sowie 58 (durch Frielingen, Horst und Altgarbsen) vor. Sie verlaufen beide etwas weiter westlich, zerschneiden aber weiterhin das Garbsener Stadtgebiet. Genaueres können wir erst dazu sagen, wenn uns detailliertere Planungen bzw. Pläne vorliegen.

Was bedeuten die neuen Varianten 57 bzw. 58 für Garbsen? Die Garbsener Bürgerinitiativen gegen SueLink meinen: “Für Garbsen hat sich dadurch nichts geändert, denn auch die Erdverkabelung mit einer Leitungskapazität von geplanten gigantischen 4 GW hat –  wie die Freileitung – gravierende Auswirkungen auf Natur und Umwelt!“

Die zu erwartenden Probleme bei Höchstspannungs-Gleichstrom-Erdkabeln, besonders die Auswirkungen auf Pflanzen, Tiere und Böden sind derzeit noch vollkommen unerforscht. Zu erwarten sind beim Bau große Erdbewegungen für die bis zu 40m breiten Trassen mit dauerhaften riesigen Schneisen durch die Landschaft.

Garbsen ist durch die vorhandene Infrastruktur wie die Autobahn 2, die Bundesstraße 6, den Mittellandkanal, den Militärflughafen Wunstorf und den internationalen Flughafen Langenhagen bereits stark belastet. Bei der Planung von Suedlink ist dem gesetzlich festgeschriebenen Bündelungsgebot zu folgen, damit möglichst wenig Raum und Landschaft beansprucht werden. Für Garbsen wird das Gegenteil geplant: Die geplante Alternativtrasse läuft in Nord-Süd-Richtung und damit praktisch bündelungsfrei senkrecht zur vorhandenen Infrastruktur. Sie durchschneidet wertvolle verbliebene und geschützte Natur-, Erholungs- und Freiräume der Stadt und zerstört die Landschaft.

Vorrang für Erdverkabelung bedeutet nicht, dass es keine gewaltigen Starkstrommasten geben wird!

Jede Trasse verschandelt und zerstört Landschaftsschutzgebiete. Gerade in Garbsen, das zum Teil eine dichte verstädterte Bebauung mit sozialen Brennpunkten aufweist, sind diese Naherholungsgebiete von besonderer Bedeutung. Sie stellen eine besonders wichtige Funktion für Freizeit und Erholung und das Landschaftserleben dar. Die sensiblen unter Naturschutz stehenden Moore im Norden Garbsens scheinen von der Alternative 58 ja wohl nicht mehr beeinträchtigt zu werden.

Die SuedLink Trassen (57/58) beeinträchtigen – genau wie die ALT-91 – die ländlichen Wohngebiete Garbsens und zerstören deren dörflichen Charakter und somit auch deren soziale Strukturen. Der Wert von Grundeigentum und Immobilien wird durch die Trasse erheblich gemindert, sofern sie überhaupt noch verkäuflich sind.
Auch eine Erdverkabelung greift erheblich in die Landschaft ein und zerstört historische Grünzüge; die riesigen Kabelübergangsanlagen – in Fußballfeldgröße – stellen massive Fremdkörper in der Landschaft dar.

Die SuedLink-Trasse durch Garbsen widerspricht dem Bündelungsgebot und ist daher für die Ga­­rbsener Bürgerinitiativen weiterhin inakzeptabel.

Alternative zum Stromnetzausbau: neue Windgas-Anlage

Eine vernünftige Alternative zum überdimensionierten Ausbau des Stromnetzes: Ökostrom vor Ort in Wasserstoff oder Methan umwandeln und im Gasnetz weiterleiten oder speichern. Diese Technologie wird als „Power to gas“ oder „Windgas“ bezeichnet. Damit können Windflauten und Dunkelphasen der regenerativ erzeugten Energien überbrückt werden – also eine Schlüsseltechnologie für die Energiewende.

Im bayerischen Haßfurt wurde letzte Woche eine solche Anlage in Betrieb genommen. Details dazu auf  greenpeace-energy.de und topagrar.com.

Mittlerweile steigt das Interesse an dieser Technik: Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium sieht Windgas als wichtigen Baustein der Energiewende

Rekord beim Stromexport

Stromautobahn.de berichtet, dass Deutschland in 2015 einen neuen Rekord beim Stromexport erreicht hat. Demnach wurden 85TWh exportiert, der Nettoexport lag bei über 48TWh.

Hier geht’s zum Artikel auf Stromautobahn.de.

Da fragt man sich natürlich: wofür wird dann der Netzausbau benötigt? Zur Versorgung der bundesdeutschen Bevölkerung mit Elektrizität oder zur Erzielung von Gewinnen im Stromhandel?

Auch Claudia Kemfert, Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit an der Hertie School of Governance, hatte im Mai 2015 in einem Interview mit dem Deutschlandradio Kultur auf diesen Trend aufmerksam gemacht: „Wir schwimmen im Moment im Strom“, sagt sie. Frau Kemfert kritisiert, dass es sich dabei größtenteils um Braunkohlestrom handelt: „Es gibt in Europa kaum noch dreckigeren [Strom]“.

Stellungnahme der Bürgerinitiativen Garbsen zum Bundestagsbeschluss

Die Bürgerinitiativen gegen SuedLink in Garbsen haben eine erste Stellungnahme zum Bundestagsbeschluss für den Erdkabelvorrang formuliert.

Dabei wird insbesondere auf Informationen Bezug genommen, die im Rahmen der vom BMWI geförderten Bürgerdialog Stromnetz-Veranstaltungen geäußert wurden. Demnach verursachen auch Erdkabel durch die Beeinträchtigung der Bodenstruktur und der Wasserführung im Boden erhebliche Umweltauswirkungen. Weitere Informationen und eine Dokumentation zu den Vorträgen von Prof. Hoffmann (Uni Hannover) sowie Dr. Feldwisch (Ingenieurbüro Feldwisch) vom 24. September 2015, in Hannover, finden sich im Internet unter www.buergerdialog-stromnetz.de.

Die Bürgerinitiativen gegen SuedLink in Garbsen positionieren sich daher weiterhin kritisch zum Höchstspannungsleitungsbau:

Aufgrund der vorliegenden Informationen hat auch die Erdverkabelung negative Wirkungen auf die Umwelt und bedeutet einen wesentlichen Eingriff in Natur und Landschaft und gefährdet den Menschen.
Die Trassenführung ALT_091 wird von den Garbsener Initiativen sowohl als Frei- als auch als Erdleitung abgelehnt, da entlang der Trasse erhebliche Raumwiderstände vorhanden sind, die sowohl die oberirdische als auch die unterirdische Trassenführung verbieten.

Forderung der Bürgerinitiativen Garbsen gegen Südlink nach der Entscheidung „Vorrang der Erdverkabelung beim Bau von Gleichstromleitungen“:

Die Bürgerinitiativen Garbsen gegen SuedLink fordern sowohl den Netzbetreiber Tennet als auch die Bundesnetzagentur  auf, die Trassenführung ALT_091 ersatzlos zu streichen. Die Trasse ALT_091 stößt auf alle Raumwiderstände, die (uns) bisher bekannt sind.
Zur Erinnerung: Die ALT_091 führt in Garbsen zwischen Osterwald und Frieligen, zwischen Horst und Meyenfeld über die Garbsener Schweiz. Die Mega-Stromtrasse soll zudem rücksichtslos mitten durch die Hannoversche Moorgeest geführt werden. Die Hannoversche Moorgeest ist ein einzigartiges Naturschutzgebiet, das gerade mit EU-Fördermitteln stabilisiert wird.

Mögliche und zu erwartende Folgen des Baus dieser Trasse mit einer Kombination von Erdverkabelung und Hochspannungsleitungen für die Bewohner Garbsens sind beispielsweise:

Eingriffe in Landschaftsschutzgebiete und Naturräume
Massive Beeinträchtigung von Erholungsräumen
Zerstörung des dörflichen Charakters
Minderung der Werte von Immobilien
Gesundheitliche Beeinträchtigungen

Es stellt sich die Frage, weshalb eine solche großtechnische Einrichtung überhaupt quer durch einen Ballungsraum geführt werden soll, in dem die Bewohner bereits durch zwei Flughäfen, die Autobahn 2 und die Bundesstraße 6 reichlich Belastungen durch die Infrastruktur tragen.
Die bisherige Planung der SuedLink Trassen mit einer großen Anzahl von Alternativen hat viele Menschen verunsichert. Nun ist es wirklich an der Zeit, nur noch die Trassen zu prüfen, die umweltpolitisch und wirtschaftlich machbar sowie politisch vertretbar sind.