GARBSEN GEGEN SUEDLINK
Bürgerinitiativen Garbsen

KATEGORIE: NEWS

26.05.2018

Alternativer Szenariorahmenentwurf: forcierter überregionaler Netzausbau ist unnötig

Dokument alternativer Szenariorahmenentwurf
Foto: En

Die Grundlage für den Netzausbau - insbesondere im Hinblick auf die Höchstspannungstrassen wie SuedLink oder SuedOstLink - bildet der Netzentwicklungplan. In ihm wird der erwartete Strombedarf für die nächsten Jahre und Jahrzehnte in verschiedenen Szenarien prognostiziert und daraus der erforderliche Netzausbau abgeleitet. Delikat dabei ist, dass dieser Plan inhaltlich wesentlich von den Übertragungsnetzbetreibern erstellt wird, die dann an den Leitungsentgelten verdienen. Die Bundesnetzagentur wirkt hier im wesentlichen nur qualitätssichernd mit und entscheidet schlussendlich. Alternative Entwicklungspläne oder Szenarien von anderer Seite gab es bisher nicht.

Nun hat sich aber ein Verein gegründet - der energy platform e.V. - , dem Energieexperten mehrerer Bundesländer angehören. Er hat einen alternativen Szenariorahmen erarbeitet und bei der Bundesnetzagentur eingereicht. Dieser Szenariorahmen geht von völlig anderen Voraussetzungen aus und kommt auch zu ganz anderen Schlussfolgerungen. Danach kann auf den forcierten Ausbau überregionaler Höchstspannungstrassen verzichtet werden, und das sogar obwohl ein viel größerer Strombedarf in der Zukunft prognostiziert wird.

Die Kernbotschaft ist, dass zur Erreichung der Klimaschutzziele schnell und konkret fossile Energieerzeugung zurückgebaut werden muss, allem voran die aus Braunkohle. Gaskraftwerke werden als Übergangstechnologie gesehen. Der Ausbau erneuerbarer Energieerzeugung muss massiv vorangetrieben werden. Um aus dem Dilemma herauszukommen, dass bei der naturgemäß schwankenden Erzeugung erneuerbarer Energie ständig eine fossile Ersatzleistung in annähernd gleicher Höhe vorgehalten werden muss, setzt das Konzept von energy platform e.V. massiv auf den Ausbau der Speichertechnologien auf allen Ebenen. Energiespeicher würden im derzeitigen Planungsprozess ignoriert: "Sowohl ÜNB [Übertragungsnetzbetreiber] als auch die BNetzA [Bundesnetzagentur] erklären sich dafür als nicht zuständig", heißt es. Speicher sind aber Schlüsseltechnologien, die teuren Redispatch und das Vorhalten fossiler Ersatzkraftwerke unnötig machen.

Der Alternative Szenariorahmen 2019-2030 von energy platform e.V. enthält noch weitere Kernthesen, um das Ziel der Versogungssicherheit mit regenrativ erzeugtem Strom für den zukünftigen Bedarf zu erreichen:

Viele dieser Punkte haben auch die Bürgerinitiativen Garbsen gegen SuedLink wiederholt gefordert, um die regenerative Stromversorgung von morgen zu sichern und damit die Klimaziele zu erreichen.

Der alternative Szenariorahmen von energy platform e.V. schließt mit der Aufforderung an Unternehmen, Institutionen, NGOs, Vereine und politische Organisationen, sich dieser alternativen Bedarfsplanung anzuschließen und die Energiewende 'von unten' neu zu gestalten.

Hier gehts zum Dokument auf platform-energy.de

21.04.2018

Max-Planck-Institut: Europäischer Stromhandel verursacht gravierendere Schwankungen im Stromnetz als erneuerbare Energien

Die Übertragungsnetzbetreiber argumentieren oft, dass der SuedLink nötig sei, um Netzstabilität zu erreichen und Schwankungen auszugleichen, die durch die Einspeisung erneuerbarer Energien entstehen. Offenbar ist aber auch der europäische Stromhandel maßgeblich verantwortlich für derartige Schwankungen im Netz.

In einer internationalen Studie hat das Göttinger Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation (MPIDS) herausgefunden, dass im europäischen Stromnetz alle 15 Minuten besonders starke Schwankungen auftreten. In genau diesem Zeittakt einigen sich die Energiekonzerne auf dem Strommarkt auf neue Einspeiseverteilungen, die in der Folge zu geänderter Einspeisung und damit Schwankungen im Netz führen. Das Göttinger Tageblatt zitiert dazu Prof. Marc Timme vom MPIDS: „Interessanterweise erscheinen die durch Stromhandel hervorgerufenen Frequenzschwankungen im Netz bedeutender zu sein, als solche, die aufgrund der Einspeisung erneuerbarer Energien auftreten“.

Hier geht’s zum ganzen Artikel beim Göttinger Tageblatt

05.10.2017

So geht's: Oldenburger Energieversorger plant riesige Redox-Flow-Batterie

Die EWE Gasspeicher GmbH, eine Tochter des Oldenburger Energieversorgers EWE, plant einen riesigen Stromspeicher auf Basis der Redox-Flow-Technologie zu bauen. Damit soll Wind- und Solarstrom zwischengespeichert und bei Flaute oder Dunkelheit wieder ins Netz abgegeben werden.

Skizze des Redox-Flow-Prinzips
Skizze des Redox-Flow-Prinzips
Zeichnung: En

Das Redox-Flow-Prinzip ist schon seit der Mitte des 20. Jahrhunderts bekannt: zwei unterschiedliche Elektrolyt-Flüssigkeiten werden aus großen Tanks gepumpt und in einer Kammer an einer Membran gegenläufig aneinander vorbei geleitet. Ladungsträger können die Membran passieren. Dadurch entsteht eine Spannungsdifferenz; es kann also Strom erzeugt werden. Sind die Flüssigkeiten entladen und wird an den beiden Seiten der Kammer eine Spannung angelegt, so werden die Flüssigkeiten wieder aufgeladen; man kann also Strom speichern. Dieser Ansatz hat gegenüber anderen Speichertechniken den Vorteil, dass die Ladung nicht mit der Zeit entweicht. Ferner kann man den Speicher unbegrenzt vergrößern, da er nur von der Flüssigkeitsmenge abhängt. Bislang waren die Materialien für den Elektrolyt noch selten und daher teuer, aber mittlerweile gibt es neue Erkenntnisse, dass sich hier auch organische Materialien und auch Polymere (Kunststoffe) eignen.

In einer Testphase werden zunächst große Tanks für die Elektrolyt-Flüssigkeiten zum Einsatz kommen. EWE plant, die Flüssigkeiten dann in unterirdischen Gaskavernen zu lagern, die ein Volumen von etwa 200.000 Kubikmetern haben. Damit ließe sich elektrische Energie in der Größenordnung von 700 Megawattstunden speichern. Damit kann man ganz Berlin für eine Stunde mit Strom versorgen. Das wäre nach Angaben von EWE die größte Batterie der Welt!

Ein sinnvoller Baustein für das Gelingen der Energiewende!

Mehr Informationen zum Thema:

19.07.2017

Fernstromleitungen sind ungeeignet zum Ausgleich fluktuierender erneuerbarer Energien

Gern wird von den Befürwortern der SuedLink-Trasse die Wichtigkeit dieser Stromleitung für die Energiewende hervorgehoben. Die Übertragungsnetzbetreiber, die von den hohen Durchleitungsentgelten profitieren, reden gar von der "Hauptschlagader der Energiewende". Der Ausbau von Speichertechnologien wird dagegen nicht thematisiert.

Sackgasse SuedLink
Abbildung: En, CC0

Der Solarenergie-Förderverein Deutschland hat einen Artikel veröffentlicht, in dem hergeleitet wird, dass die Energiewende mit diesem Ansatz nicht erreicht werden kann. Selbst bei massivem Ausbau von Wind- und Solarenergieerzeugung kommt es in ganz Deutschland regelmäßig zu Dunkelflauten, wenn keine Sonne scheint und nicht genügend Wind weht. Die erzeugte erneuerbare Wind- und Solarenergie reicht dann bei weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken. Umgekehrt wird bei hoher Sonneneinstrahlung und viel Wind viel mehr Strom erzeugt, als benötigt wird. Ein Ausgleich dieses zeitlich verschobenen Mangels und Überangebots kann nur durch durch den Ausbau von Stromspeichern erreicht werden und eben nicht durch Fernstromleitungen. Außerdem muss die Erzeugung regenerativer Energien weiter gefördert und nicht gedeckelt werden!

Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, muss zwangsläufig auf fossile oder atomare Stromerzeugung zurückgegriffen werden; die Energiewende wird somit nicht erreicht.

Das Zahlenmaterial für diese Hochrechnung stammt von der Agora-Initiative, einer Einrichtung, die einen wissenschaftlich-politischen Diskurs zum Voranbringen der Energiewende unterstützt.

Hier gehts zum Artikel in voller Länge auf www.sfv.de.

19.06.2017

Hier geht's nicht durch: Kreuze neu positioniert

Nach der SuedLink-Neuplanung sind andere Bereiche in Garbsen von der Trassenplanung betroffen. Nun führt das Korridorsegment 55 im Westen von Frielingen und die Segmente 57 und 58 westlich und östlich an Schloss Ricklingen vorbei.

Kreuze an der Schloss Ricklinger Straße

Bilder der roten Protestkreuze an der Frielinger Straße und an der Schloss Ricklinger Straße.

Kreuze an der Frielinger Straße

Klare Botschaft: Hier geht's nicht durch!

Fotos: En

04.02.2017

BUND und BBgS starten Offensive gegen überdimensionierten Stromnetzausbau

Abbildung: En

Die Landesverbände des BUND in Niedersachsen, Hessen, Thüringen und Bayern (BN) haben gemeinsam mit dem Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink (BBgS) bei einem Treffen am 27.01.2017 in Fulda erneut ihre ablehnende Haltung gegen die geplanten HGÜ-Leitungen SuedLink und SuedOstLink bekräftigt.

Ungeachtet der Tatsache, dass mit aller Wahrscheinlichkeit in wenigen Wochen die offiziellen Verfahren (Bundesfachplanungen) für die großen HGÜ-Leitungen SuedLink und SuedOstLink eröffnet werden, setzen sich BUND und BBgS weiterhin für eine dezentral-regional orientierte und damit bürger- und umweltfreundliche Energiepolitik ein.

weiterlesen:

beim Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink

beim BUND Niedersachsen

Presseecho: zum Bericht der Frankfurter Neuen Presse

24.11.2016

Position der Bürgerinitiativen Garbsen zur SuedLink-Neuplanung

CC0

Nach den Bürgerprotesten gegen die Errichtung von oberirdischen Hochspannungsleitungen mussten die Netzbetreiber – wie Tennet – ihre Pläne ändern: Jetzt soll die Erdverkabelung Vorrang haben!

Nun liegt uns die neue Grobplanung mit den Alternativen 57 (durch Frielingen und Schloß-Ricklingen) sowie 58 (durch Frielingen, Horst und Altgarbsen) vor. Sie verlaufen beide etwas weiter westlich, zerschneiden aber weiterhin das Garbsener Stadtgebiet. Genaueres können wir erst dazu sagen, wenn uns detailliertere Planungen bzw. Pläne vorliegen.

Was bedeuten die neuen Varianten 57 bzw. 58 für Garbsen? Die Garbsener Bürgerinitiativen gegen SueLink meinen: “Für Garbsen hat sich dadurch nichts geändert, denn auch die Erdverkabelung mit einer Leitungskapazität von geplanten gigantischen 4 GW hat – wie die Freileitung – gravierende Auswirkungen auf Natur und Umwelt!“

Die zu erwartenden Probleme bei Höchstspannungs-Gleichstrom-Erdkabeln, besonders die Auswirkungen auf Pflanzen, Tiere und Böden sind derzeit noch vollkommen unerforscht. Zu erwarten sind beim Bau große Erdbewegungen für die bis zu 40m breiten Trassen mit dauerhaften riesigen Schneisen durch die Landschaft.

Garbsen ist durch die vorhandene Infrastruktur wie die Autobahn 2, die Bundesstraße 6, den Mittellandkanal, den Militärflughafen Wunstorf und den internationalen Flughafen Langenhagen bereits stark belastet. Bei der Planung von Suedlink ist dem gesetzlich festgeschriebenen Bündelungsgebot zu folgen, damit möglichst wenig Raum und Landschaft beansprucht werden. Für Garbsen wird das Gegenteil geplant: Die geplante Alternativtrasse läuft in Nord-Süd-Richtung und damit praktisch bündelungsfrei senkrecht zur vorhandenen Infrastruktur. Sie durchschneidet wertvolle verbliebene und geschützte Natur-, Erholungs- und Freiräume der Stadt und zerstört die Landschaft.

Vorrang für Erdverkabelung bedeutet nicht, dass es keine gewaltigen Starkstrommasten geben wird!

Jede Trasse verschandelt und zerstört Landschaftsschutzgebiete. Gerade in Garbsen, das zum Teil eine dichte verstädterte Bebauung mit sozialen Brennpunkten aufweist, sind diese Naherholungsgebiete von besonderer Bedeutung. Sie stellen eine besonders wichtige Funktion für Freizeit und Erholung und das Landschaftserleben dar. Die sensiblen unter Naturschutz stehenden Moore im Norden Garbsens scheinen von der Alternative 58 ja wohl nicht mehr beeinträchtigt zu werden.

Die SuedLink Trassen (57/58) beeinträchtigen – genau wie die ALT-91 – die ländlichen Wohngebiete Garbsens und zerstören deren dörflichen Charakter und somit auch deren soziale Strukturen. Der Wert von Grundeigentum und Immobilien wird durch die Trasse erheblich gemindert, sofern sie überhaupt noch verkäuflich sind.
Auch eine Erdverkabelung greift erheblich in die Landschaft ein und zerstört historische Grünzüge; die riesigen Kabelübergangsanlagen – in Fußballfeldgröße – stellen massive Fremdkörper in der Landschaft dar.

Die SuedLink-Trasse durch Garbsen widerspricht dem Bündelungsgebot und ist daher für die Garbsener Bürgerinitiativen weiterhin inakzeptabel.

19.11.2016

Graphik der neuen Trassenverläufe zum Download

Abbildung: En

Die Graphik zum ungefähren Verlauf der neuen Trassenvorschläge ist -->hier<-- zum Download verfügbar.

Hier die sind die Original-Karten der Fa. Tennet zu finden:


06.04.2018

Alternative zum Stromnetzausbau: neue Windgas-Anlage

Abbildung: En

Eine vernünftige Alternative zum überdimensionierten Ausbau des Stromnetzes: Ökostrom vor Ort in Wasserstoff oder Methan umwandeln und im Gasnetz weiterleiten oder speichern. Diese Technologie wird als "Power to gas" oder "Windgas" bezeichnet. Damit können Windflauten und Dunkelphasen der regenerativ erzeugten Energien überbrückt werden - also eine Schlüsseltechnologie für die Energiewende.

Im bayerischen Haßfurt wurde letzte Woche eine solche Anlage in Betrieb genommen. Details dazu auf greenpeace-energy.de und topagrar.com.

Mittlerweile steigt das Interesse an dieser Technik: Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium sieht Windgas als wichtigen Baustein der Energiewende

29.04.2016

Rekord beim Stromexport

Stromautobahn.de berichtet, dass Deutschland in 2015 einen neuen Rekord beim Stromexport erreicht hat. Demnach wurden 85TWh exportiert, der Nettoexport lag bei über 48TWh.

Hier geht's zum Artikel auf Stromautobahn.de.

Da fragt man sich natürlich: wofür wird dann der Netzausbau benötigt? Zur Versorgung der bundesdeutschen Bevölkerung mit Elektrizität oder zur Erzielung von Gewinnen im Stromhandel?

Auch Claudia Kemfert, Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit an der Hertie School of Governance, hatte im Mai 2015 in einem Interview mit dem Deutschlandradio Kultur auf diesen Trend aufmerksam gemacht: "Wir schwimmen im Moment im Strom", sagt sie. Frau Kemfert kritisiert, dass es sich dabei größtenteils um Braunkohlestrom handelt: "Es gibt in Europa kaum noch dreckigeren [Strom]".

06.12.2015

Stellungnahme der Bürgerinitiativen Garbsen zum Bundestagsbeschluss

Die Bürgerinitiativen gegen SuedLink in Garbsen haben eine erste Stellungnahme zum Bundestagsbeschluss für den Erdkabelvorrang formuliert.

Dabei wird insbesondere auf Informationen Bezug genommen, die im Rahmen der vom BMWI geförderten Bürgerdialog Stromnetz-Veranstaltungen geäußert wurden. Demnach verursachen auch Erdkabel durch die Beeinträchtigung der Bodenstruktur und der Wasserführung im Boden erhebliche Umweltauswirkungen. Weitere Informationen und eine Dokumentation zu den Vorträgen von Prof. Hoffmann (Uni Hannover) sowie Dr. Feldwisch (Ingenieurbüro Feldwisch) vom 24. September 2015, in Hannover, finden sich im Internet unter www.buergerdialog-stromnetz.de.

Die Bürgerinitiativen gegen SuedLink in Garbsen positionieren sich daher weiterhin kritisch zum Höchstspannungsleitungsbau:

Aufgrund der vorliegenden Informationen hat auch die Erdverkabelung negative Wirkungen auf die Umwelt und bedeutet einen wesentlichen Eingriff in Natur und Landschaft und gefährdet den Menschen. Die Trassenführung ALT_091 wird von den Garbsener Initiativen sowohl als Frei- als auch als Erdleitung abgelehnt, da entlang der Trasse erhebliche Raumwiderstände vorhanden sind, die sowohl die oberirdische als auch die unterirdische Trassenführung verbieten.

Forderung der Bürgerinitiativen Garbsen gegen Südlink nach der Entscheidung "Vorrang der Erdverkabelung beim Bau von Gleichstromleitungen":

Die Bürgerinitiativen Garbsen gegen SuedLink fordern sowohl den Netzbetreiber Tennet als auch die Bundesnetzagentur auf, die Trassenführung ALT_091 ersatzlos zu streichen. Die Trasse ALT_091 stößt auf alle Raumwiderstände, die (uns) bisher bekannt sind. Zur Erinnerung: Die ALT_091 führt in Garbsen zwischen Osterwald und Frieligen, zwischen Horst und Meyenfeld über die Garbsener Schweiz. Die Mega-Stromtrasse soll zudem rücksichtslos mitten durch die Hannoversche Moorgeest geführt werden. Die Hannoversche Moorgeest ist ein einzigartiges Naturschutzgebiet, das gerade mit EU-Fördermitteln stabilisiert wird.

Mögliche und zu erwartende Folgen des Baus dieser Trasse mit einer Kombination von Erdverkabelung und Hochspannungsleitungen für die Bewohner Garbsens sind beispielsweise:

Es stellt sich die Frage, weshalb eine solche großtechnische Einrichtung überhaupt quer durch einen Ballungsraum geführt werden soll, in dem die Bewohner bereits durch zwei Flughäfen, die Autobahn 2 und die Bundesstraße 6 reichlich Belastungen durch die Infrastruktur tragen. Die bisherige Planung der SuedLink Trassen mit einer großen Anzahl von Alternativen hat viele Menschen verunsichert. Nun ist es wirklich an der Zeit, nur noch die Trassen zu prüfen, die umweltpolitisch und wirtschaftlich machbar sowie politisch vertretbar sind.

06.12.2015

Bundestag beschließt Vorrang für Erdkabel

Am Freitag, 4.12., hat der Bundestag den Vorrang der Erdverkabelung bei Gleichstromtrassen beschlossen. Mehr Informationen dazu in der Pressemitteilung von MdB Hendrik Hoppenstedt.

Weitere Informationen dazu u.a. bei n-tv und Fuldaer Zeitung.

Der Hamelner Kreis feiert die Entscheidung als Erfolg, siehe in den Weserbergland-Nachrichten.

Die Bürgerinitiativen gegen SuedLink in Garbsen positionieren sich auch nach der Entscheidung zum Erdkabelvorrang weiterhin kritisch zum Höchstspannungsleitungsbau und fordern sowohl den Netzbetreiber Tennet als auch die Bundesnetzagentur auf, die Trassenführung ALT_091 ersatzlos zu streichen.

23.04.2015

Neuer Gesetzentwurf zum Energieleitungsausbau

Abbildung: En

Der "Entwurf eines Gesetzes zur Änderung von Bestimmungen des Rechts des Energieleitungsbaus" ist zur Abstimmung an den Bundestag weitergegeben worden. Dem Bundesrat ist der Gesetzestext bereits am 27.3. als besonders eilig zugeleitet worden.

Der Entwurf lockert die Restriktionen für die Erdverkabelung der Stromtrassen. Ferner sieht er die Abstandsregel von 400m zur geschlossenen Wohnbebauung nun bundesweit vor.

Der Gesetzentwurf kann hier eingesehen werden.

04.04.2015

Stromautobahn kann dreispurig werden!

Abbildung: En

Im Netzentwicklungsplan für das Zieljahr 2024 stellt die Bundesnetzagentur verschiedene Szenarien des Netzausbaus vor.

In mehreren Szenarien ist dabei für die SuedLink-Trasse eine Übertragungsleistung von 10 Gigawatt vorgesehen! In den Bürgerdialogen wurde bislang nur von 4 Gigawatt gesprochen... Offenbar sollte das maximale Ausmaß der Trasse zunächst nicht publik gemacht werden!

Eine Übertragungsleistung von 10 Gigawatt lässt sich nicht mehr mit nur einem Mastengestänge darstellen. Der SuedLink soll daher im Endausbau aus 3 parallelen Mastenreihen bestehen.

Quelle: Pixabay, CC0

Konkret soll zur ersten Mastenreihe bereits im Jahr 2024 eine weitere Mastenreihe und in 2034 eine dritte hinzukommen!

Zu dem Thema ist in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung ein Artikel erschienen. Er ist nun auch auf HAZ.de einsehbar: Auch die niedersächsische Landesregierung wehrt sich gegen einen dreispurigen SuedLink, wie im Netzentwicklungsplan beschrieben, und stellt sich "auf die Seite der SuedLink-Kritiker".

Hier geht's zum Artikel auf HAZ.de.


10.03.2015

Raumwiderstand Kranich

Kranich
Foto: Peter Mulligan, CC-BY-2.0
Original ("Crane") wurde gespiegelt und verkleinert.
Weitere Hinweise.

Von einem besonderen Erfolg kann die Jagdgenossenschaft Osterwald berichten:

Anfang November 2014 wurde von den Jagdgenossen ein Schreiben an Tennet geschickt, in dem auf den Kranichbestand in ihrer Jagd hingewiesen wird.

Anfang März 2015 antwortete Tennet und bestätigte, dass das Kranich-Vorkommen als Raumwiderstand aufgenommen und für eine spätere Prüfung dokumentiert wird.

Dies ist ein wichtiger Erfolg, der mit dazu beiträgt, den Bau der Strommtrasse ALT_091 mitten durch die geschützte Hannoversche Moorgeest ein Stück unwahrscheinlicher werden zu lassen.

Der Kranich ist eine streng geschützte Vogelart. Sein natürlicher Lebensraum wird vor allem durch die Trockenlegung von Feuchtgebieten und zunehmende Verstädterung bedroht; von elektrischen Freileitungen geht für die Großvögel eine besondere Gefahr aus. Der Kranich war 1978 Vogel des Jahres in Deutschland.

Als Raumwiderstand bezeichnet Tennet Bereiche, in denen die geplante Stromtrasse in Konflikt mit anderen Bereichen steht, z.B. Naturschutzgebiete oder Siedlungen. Die Schwere des Konfliktes wird dann im weiteren Verfahren geprüft. Dies kann die Bewertung einer Trasse verschlechtern.

22.02.2015

Niedersächsische Initiativen gründen Bündnis

Abbildung: En

Die niedersächsischen Bürgerinitiativen gegen die SuedLink-Stromtrasse haben bei einem Treffen am Samstag, 21.2. in Sorgensen/Burgdorf das

Bündnis für eine menschen- und umweltverträgliche Energieversorgung

gegründet.

Ziele des Bündnisses sind u.a., in der Öffentlichkeit gemeinsam aufzutreten, sich gegenseitig zu unterstützen und zu informieren und zum Thema von Stromleitungen im Rahmen der Energiewende das Problembewusstsein zu stärken. Gefordert wird. u.a. die Notwendigkeit der Netzausbauvorhaben vor einer Bundesfachplanung von unabhängiger Seite zu überprüfen. Auch der Einsatz technischer Alternativen, wie Power-to-Gas, wird eingefordert.

Bündnis von BIs in Nds für eine menschen- und umweltverträgliche Energieversorgung 21.02.2015 (Grundsätze)

Die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtet über das Gründungstreffen.

07.12.2014

Bürgerinitiative Horst

Foto: Hi

In Horst hat sich die Bürgerinitiative Horst gegen die geplante Südlink-Stromtrasse Alternative 091 gegründet. Wir wollen über die geplante Stromtrasse und deren Auswirkungen informieren und ein Bürger-Netzwerk in Horst bilden, um den Protest zu koordinieren.

Dazu werden wir uns mit den Initiativen der anderen betroffenen Orte koordinieren, austauschen und regelmäßig Vertreter zu Veranstaltungen senden. Schon beim Gespräch zwischen der Stadt Garbsen und TenneT am 9. Dezember waren wir vertreten.

Bürger, die weitere Hinweise auf schützenswerte Gebiete, Tierarten und Naturräume im Bereich der geplanten Stromtrasse oder andere Einwände haben, können diese der Initiative mitteilen.

Auf unserer Website www.garbsen-gegen-suedlink.de informieren wir regelmäßig über den aktuellen Stand des Verfahrens und geplante Veranstaltungen. Hier sammeln wir auch Ideen für kreativen Protest.

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