Erdkabel

Deutlicher Landschaftseingriff durch Erdkabel

Ursprünglicher Auftrag für Tennet war, Südlink als Freileitung zu planen. An Engstellen, wo der Abstand vom 400m (200m) zur Wohnbebauung nicht eingehalten werden kann, sollten jedoch auch Erdkabel eingesetzt werden, wenn es wirtschaftlich und technisch effizient ist. Seit 2015 hat die Erdverkabelung Vorrang.

Für die Erdverkabelung werden Kabel verwendet, die mit Kunststoff oder imprägniertem Papier isoliert sind. Die Kabel sind aus technischen Gründen erheblich schwerer als Freileitungen, daraus ergeben sich kürzere Kabelabschnitte. Die Kabelabschnitte werden durch Muffen verbunden, die bei Gleichstromleitungen (im Gegensatz zu Wechselstrom) nur wenig verschleißen und keine besonderen Wartungszugänge benötigen.

Die Erdleitung wird in Kabelgräben mit einer Tiefe von ca. 1,5 bis 2m geführt, in wärmeleitenden Kabelsand eingebettet und mit Erdreich überdeckt. Für die Trasse sind mehrere Kabelgräben erforderlich, deren Abstand zwischen 5m und 8m beträgt und so gewählt wird, dass die Kabelwärme ausreichend abgeführt werden kann. Zwei Kabelgräben mit insgesamt fünf Kabeln ergeben eine Breite von 15-20m, das Gesamtsystem kann 15-40m breit sein.

Im Betrieb der Erdleitung besteht ein Schutzstreifen von ca. 2,5m neben den Kabelgräben, der von tiefwurzelndem Gehölz freigehalten werden muss. Die Kabelgräben dürfen nicht überbaut werden. An Stellen, an denen Hindernisse das Anlegen von Kabelgräben verhinden (Straßen, Schienen, Kanäle etc.) werden horizonale Erdbohrungen durchgeführt.

Von Erdleitungen gehen nach Angabe von Tennet keine Geräuschemissionen aus. Wie bei Freileitungen gilt die TA Lärm.

Das elektrische Feld des Leiters wird nach Tennet durch den Kabelmantel vollständig abgeschirmt. Das magentische Feld sei von der Tiefe des Kabelgrabens abhängig und etwas höher als unter einer Freileitung. Je nach Ausführung sei das Magnetfeld direkt über dem Kabel etwas stärker als das Erdmagnetfeld von 50 Mikrotesla.

Zwischen Erdkabeln und Freileitungen sind relativ große Kabelübergangsanlagen erforderlich.

Die Verlegung von Erdkabeln ist teurer als der Bau von Freileitungen. Die Kosten hängen stark von der Detailplanung ab und können derzeit nicht vorhergesagt werden. In einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage erwähnt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie eine Spanne von 2- bis 15-fach höheren Kosten als beim Freileitungsbau.

Quellen:

Kabelübergangsanlage

Kabelübergangsanlage für 380kV

Für den Übergang zwischen Freileitung und Erdkabel sind Kabelübergangsanlagen erforderlich. Tennet gibt die Größe solcher Anlagen je nach technischer Ausführung mit 50m x 30m bis 50m x 60m an. Für das Gesamtsystem aus zwei sogenannten Bipolen erhöht sich der Flächenverbrauch auf etwa das Doppelte.

Das entspricht etwa der Fläche eines Fußballfeldes.

 Quelle:

  • Erlaeuterungsbericht____6_141212.pdf ab Seite 23 und Seite 32.
  • Schema einer 380kV Kabelübergangsanlage (Wechselstrom) nach einer Darstellung von Tennet im Projekt Ganderkesee-St. Hülfe

Freileitung

Erheblicher Landschaftseingriff bei Freileitung

Südlink wurde ursprünglich als Freileitung geplant. Dies ist zulässig, wenn der Abstand zu Wohngebäuden in geschlossenen Ortschaften mehr als 400m beträgt. Zu Wohngebäuden außerhalb geschlossener Ortschaften muss lediglich ein Abstand von 200m eingehalten werden. Ausnahmegenehmigungen sind möglich.

Als Tragmaste können unterschiedliche Konstruktionen und Höhen zur Ausführung kommen, die erst im Planfeststellungsverfahren bestimmt werden. Nach Einschätzung von Tennet werden die Stahlgittermasten typischerweise etwa 65m hoch sein und in Abständen von ca. 400 m aufgestellt, beispielsweise als Tonnenmasten wie in der Abbildung gezeigt. In der Nähe von Flughäfen können etwas niedrigere Masten mit größerer Tragbreite eingesetzt werden, bei denen die Kabel nur in der unteren Ebene geführt werden. Neben den Masten wird beidseitig ein Schutzstreifen von 60m Breite eingerichtet; für die Vegetation gelten in diesem Bereich strikte Höhenbegrenzungen.

Es wird erwartet, dass durch Entladungen an den Leitungen im Betrieb Geräusche auftreten. Der Netzbetreiber muss nachweisen, dass diese die Vorschriften der der TA Lärm einhalten.

Die maximal zulässigen Emissionen von elektrischen und magnetischen Felder werden durch die 26. BimSchV geregelt. Zulässig ist für das statische Magnetfeld ein Wert von 500 Mikrotesla unter dem tiefsten Punkt der durchhängenden Freileitung, erwartet werden von Tennet 50 Mikrotesla. Für das statische elektrische Feld nennt die Verordnung nach Angabe von Tennet keinen Grenzwert, hier gelte lediglich ein allgemeines Minimierungsgebot.

Quelle: Erlaeuterungsbericht____6_141212.pdf ab Seite 16.