Bürgerinitiativen Garbsen beim Fest der Vereine

Am 18. Juni fand das 10. Fest der Vereine im Garbsener Rathaus und auf dem Rathausplatz statt. Auch die Bürgerinitiativen Garbsen waren mit dabei und haben an ihrem Stand über den Verlauf der neuen SuedLink-Trassenkorridore und den Stand des Verfahrens informiert.

Mit einem Modell im Maßstab 1:220 (Spur Z) wurden Auswirkungen für die Landschaft und auch geltende Abstandsregelungen verdeutlicht. Das Modell zeigt exemplarisch den Kabelgraben in der Bauphase und auch die riesigen Leitungsmasten mit deren Dimensionen und Mindestabständen zur Wohnbebauung. Überlandleitungen werden beim SuedLink zum Einsatz kommen, wenn Erdkabelverlegung aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht darstellbar ist. Dies könnte beim Unterqueren der Leine der Fall sein; so konnten die SuedLink-Planer bei der Bürgerversammlung in Frielingen (siehe hier) nicht überzeugend darstellen, dass dies technisch und wirtschaftlich machbar ist.

Mit der Button-Maschine konnten wieder Buttons mit den Logos der Bürgerinitiativen Garbsen geprägt werden, wie auch schon beim letzten Fest der Vereine, siehe Bürgerinitiativen informieren beim Fest der Vereine aus dem Jahr 2015.

Bürgerversammlung: Notwendigkeit des SuedLink nicht überzeugend dargelegt!

Der Saal im Hotel Bullerdieck füllte sich schnell. Es kamen so viele interessierte Bürger, dass viele mit den Stehplätzen im hinteren Bereich vorlieb nehmen mussten. Viele waren in einem Demonstrationszug – begleitet von 4 Traktor-Gespannen – von Horst in Richtung Frielingen marschiert und hatten mit Fackeln und Plakaten gegen die geplante Trasse protestiert.

Neben den Bürgern waren auch Lokal- und Landespolitiker zu der von den Bürgerinitiativen Garbsen gegen SuedLink organisierten Veranstaltung gekommen.

Garbsens Bürgermeister Dr. Grahl begrüßte die Anwesenden und wies darauf hin, dass Garbsen mit der A2, der B6 und zwei Flughäfen schon jetzt von vielen Trassen in Mitleidenschaft gezogen sei.

Matthias Wantia von der Firma TenneT stellte die Trassenkorridore in den Segmenten 55, 57 und 58 vor, die jeweils westlich durch Frielingen, Schloss Ricklingen und Horst führen. Er erläuterte zusammen mit seinen Kollegen, wie problematische Raumwiderstände wie die Leine oder der Golf- bzw. Campingplatz mit dem Erdkabel unterquert werden sollen. Dabei fiel sehr oft das Wort „möglicherweise“. Offenbar ist noch nicht klar, ob eine Unterquerung dieser Engstellen mit Erdkabeln technisch überhaupt möglich ist. Was die Alternative sein würde, blieb offen – wenn im weiteren Verfahren der Trassenkorridor erst einmal festgelegt ist, steht zu befürchten, dass die über 70 Meter hohen Überlandleitungen zum Einsatz kommen werden.

Als nächster Vortragender setzte sich Dr. Holger Hennies vom Landvolkkreisverband Hannver mit der Frage auseinander, warum die Entschädigungen für Landwirte im verschwindenden Promille-Bereich der Gesamtaufwände für den SuedLink liegen, obwohl die Trasse zu 80% durch landwirtschaftliche Nutzfläche verlaufen soll. Er rief die Landwirte auf, sich in die Diskussionen einzubringen und sich zu Grundstückseigentümergemeinschaften zusammenzuschließen. Der Landvolkkreisverband werde dabei unterstützen.

Waldemar Wachtel vom NABU Region Hannover zählte die vielen verschiedenen Raumwiderstände im Verlauf des Trassenkorridors durch Garbsen auf. Insbesondere wies er auf die in diesem Bereich vorkommenden streng geschützten Tierarten hin. Er forderte von TenneT die Verlängerung der Abgabefrist für Raumwiderstands-Hinweise im Hinblick auf die viel zu kurze Zeit für gründliche Untersuchungen des Korridorverlaufs. Unverständlicherweise beharrten  die TenneT-Vertreter auf dem 29.11.2016 als Abgabetermin, obwohl sie vorher stets die Wichtigkeit der Eingaben der Bevölkerung für das Verfahren betont hatten.

Als nächster Redner stellte Siegfried Lemke vom Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink die Alternativen zum Netzausbau vor. Dazu gehöre vor allem die Power-to-gas-Technologie, die durch Elektrolyse aus überschüssigem erneuerbarem Strom Wasserstoff produziert, der ferner auch mit Kohlendioxid zu Methan (=Erdgas) angereichert werden und im bereits vorhandenen Gasnetz gespeichert und weitergeleitet werden kann. Die Transport- und Speicherinfrastruktur ist also schon vorhanden und muss nicht erst teuer erstellt oder gar gegen Widerstände durchgesetzt werden. [Hinweis: Erläuterungen zu power-to-gas finden sich z.B. hier und hier]. Herr Lemke zeigte auf, dass Stromnetzbetreiber kein Interesse an diesen Alternativen haben: Sie verdienten nämlich bereits am Durchleiten der Windstrom-Spitzen. Die Netzbetreiber könnten beim SuedLink mit einer Rendite von knapp 7% rechnen. Mit einem Sparkonto kann man von solchen Zinsen heutzutage nur träumen.

In der anschließenden Diskussion brachten Anwohner ihre Sorgen ein, dass die Leitung womöglich zu nahe an Grundstücken verlaufen könnte und fragten nach einer Abstandsregelung. Erst nach wiederholtem Nachfragen eröffneten die TenneT-Mitarbeiter, dass es für Erdkabel keine Abstandsregelung gäbe. Es wurde nur auf das Bundesimmissionsschutzgesetz verwiesen [Anmerkung: die Grenzwerte darin (siehe hier, §3a und Anhang 1) sind aber mit 500µT so hoch angesetzt, dass damit für erdgeführte Kabel kein Abstand zu Gebäuden ableitbar ist – anders übrigens als in der Schweiz].

Weiterhin wurde von den Anwohnern ein Alternativvorschlag der Firma Infranetz AG vorgetragen, der einen Streckenverlauf entlang der A7 vorsieht. Herr Wantia antwortete, TenneT habe bereits bei den zuständigen Behörden bezüglich einer Verlegung entlang der Autobahn angefragt und den Hinweis bekommen, dass dies wegen einer bestehenden Abstandregelung nicht möglich sei. Damit erntete er Entrüstung bei den Bürgern: Für die Autobahnen wurden offenbar Mindestabstände gewährt; zu den Häusern und Grundstücken der Anwohner aber muss gar kein Abstand eingehalten werden.

Mehrfach wurde in der Versammlung darauf hingewiesen, dass letztendlich die Politik gefordert sei, für eine sinnvolle und zumutbare Ausgestaltung der Energiewende zu sorgen. Die Bürger sollten sich an ihre gewählten Politiker wenden. Herr Grahl meldete sich diesbezüglich zu Wort und forderte TenneT auf, die Garbsener von der Notwendigkeit der Stromtrasse zu überzeugen. Dies sei noch nicht ausreichend erfolgt.

Die Landtagsabgeordnete Editha Lorberg ergänzte: „Ich werde alles dafür tun, dass diese Trasse nicht durch Garbsen geht, möglichst gar nicht kommt. Und dabei bleibe ich, solange mir niemand wirklich Argumente zeigt, dass diese Trasse wirklich notwendig ist.“
[Der zugehörige Videoausschnitt kann hier angesehen werden]

In der Versammlung wurden mehr als 140 Unterschriften gegen die SuedLink-Trasse gesammelt.

Editha Lorberg spricht in der Bürgerversammlung in Frielingen

In der Bürgerversammlung in Frielingen am 24. November hat sich die Landtagsabgeordnete Frau Lorberg wie folgt zur SuedLink-Trassenplanung geäußert:

„Ich werde alles dafür tun, dass diese Trasse nicht durch Garbsen geht, möglichst gar nicht kommt. Und dabei bleibe ich, solange mir niemand wirklich Argumente zeigt, dass diese Trasse wirklich notwendig ist.“

Hunderte demonstrieren gegen den SuedLink in Hannover

Hunderte Demonstranten und zahlreiche Landwirte mit ihren Treckern demonstrierten am 27. Juni 2015 in Hannover gegen die Planung des Südlink gegen Bürgerinteressen. Der kilometerlange Demonstrationszug wand sich einmal um die Innenstadt Hannovers. Insgesamt dauerte der Protest rund zwei Stunden an. Organisiert wurde die Demonstration von der Bürgerinitiative Garbsen gegen Südlink.

Trecker und Demonstranten sammeln sich auf dem ZOB Hannover
Panoramebild am ZOB
Der Demonstrationszug am Bahnhof
Der Zug passiert das Leineufer
Demonstration vor dem Rathaus in Hannover
Banner vor dem Rathaus
Zug auf der Hamburger Allee

Bürgerinitiativen informieren beim Fest der Vereine

Beim Fest der Vereine am 21.6. waren auch die Bürgerinitiativen Garbsen mit dabei. Viel Informationsmaterial erwartete die Besucher auf dem Stand am Südeingang des Rathauses.

Besonderes Interesse erregte das großflächig ausgedruckte Satellitenbild, auf dem der geplante ALT_091-Verlauf der Höchstspannungstrasse durch Garbsen eingezeichnet war. An dem Schaubild wurde viel besprochen und diskutiert.

Sehr beliebt – vor allem bei den jüngeren Mitstreitern – war die Button-Maschine, mit der man sich eine eigene Anstecknadeln mit Motiven gegen die SuedLink-Trasse anfertigen konnte.

Hier ein sehr gelungener Schnappschuss auf myheimat.de, der die Buttonmaschine und das Plakat zeigt, das zur Anti-SuedLink-Demo am 27.6., 12:00 Uhr am ZOB Hannover aufruft. Das Foto hat passenderweise die Überschrift „den Druck erhöhen…“:

Bild von Hans-Werner Blume aus Beitrag Garbsen ist bunt: Fest der Vereine auf www.myheimat.de

An dieser Stelle einen herzlichen Dank an die unermüdlichen Stand-Betreuer und an die Vorbereiter und Auf- und Abbauer, sowie an die Stadt Garbsen für das Ausleihen der Button-Maschine.

Hunderte bei Fahrraddemo in Garbsen

Dreihundert Bürger protestierten am Sonnabend, dem 6. Juni 2015, gegen den Bau der Südlink-Stromtrasse ALT_091 mitten durch Garbsen. Die Fahrraddemonstration begann um 10 Uhr in Osterwald Oberende, weiter ging es über Unterende, Frielingen, Horst, Meyenfeld bis zum Blauen See.

An sieben Orten entlang der Strecke wurden kurze Versammlungen und Ansprachen von den örtlichen Vertretern gehalten und über den Planungsstand und die Aktivitäten den Bürgerinitiativen informiert.

Kundgebung in Horst mit den betroffenen Bürgermeistern der Stadt und der Ortsteile

Wer die ganze Strecke mitfuhr, konnte Kiebitze, Störche, Greifvögel und viel schützenswerte und sensible Natur erleben. Um so nachdrücklicher war der Eindruck von den geplanten tiefen Eingriffen in die Garbsener Landschaft.

Ansprache in Meyenfeld. Immer wieder stoßen neue Demonstranten zum Zug hinzu.

Seinen Ausklang fand die Demonstration am Blauen See, der gemeinsam mit der Garbsener Schweiz ein bedeutendes Erholungsgebiet in Garbsen bildet, und das durch die Überspannung mit Höchstspannungsmasten ebenfalls gefährdet ist.

Abschluss am Blauen See. Das Erholungsgebiet ist durch die Höchststromtrasse gefährdet.

Nicht jeder konnte die ganze Strecke mitfahren, der Anschluss klappte jedoch nahtlos, denn in den Orten stießen mehr und mehr neue Mitstreiter hinzu, so dass nach offizieller Schätzung insgesamt 300 Bürger am Protest beteiligt waren.

Ein großer Dank geht an alle Teilnehmer, Organisatoren und Unterstützer, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben!

Menschenkette gegen SuedLink zwischen Lohnde und Gümmer

Etwa 100 Mitstreiter trafen sich am Dienstagabend in Lohnde, um eine Menschenkette entlang der Straße Richtung Gümmer zu bilden – genau dort, wo die Alternative ALT_091 der SuedLink-Stromtrasse entlangführen soll. Die Aktion wurde initiiert von Fr. Richter vom Seelzer Ausschuss für Bau und Umwelt – unterstützt von der Bürgerinitiative Gümmer-Lohnde.

Vertreter der Seelzer Lokalpolitik waren mit vor Ort. Und auch Mitstreiter von der Bürgerinitiative Horst haben die Menschenkette unterstützt.

Mit Warnwesten, Knicklichtern, Taschenlampen und Fackeln bewaffnet, wurde ein deutliches Zeichen gegen den SuedLink gesetzt. Die Aktion wurde eigens von einer Drohne gefilmt.

Die Drohne wird einsatzbereit gemacht.

Hunderte Teilnehmer bei Demo gegen Suedlink!

Der mehrere hundert Meter lange Protestzug

Hunderte Teilnehmer nahmen an den Kundgebungen und dem Protestmarsch gegen den Suedlink in Garbsen teil, Zählungen und Schätzungen gehen von insgesamt rund 700 Teilnehmern aus: Auf dem Protestzug wurden 500 Demonstranten gezählt; nicht jeder konnte bei eisigem Wetter die ganze Strecke mitlaufen, etwa je 100 zusätzliche Demonstranten stießen an den beiden Kundgebungsplätzen hinzu oder liefen einfach nur ein Stück des Weges mit.

Hier geht es zur Fotogalerie

Die Veranstaltung begann um Punkt fünf vor zwölf mit der Begrüßung durch Frau Prötel vom gastgebenden Gefügelhof Kuhlmann und durch den Versammlungsleiter Herrn Steinmetz.

Eröffnung der  Kundgebung in Osterwald

In kurzen Ansprachen kritisierten danach der Garbsener Bürgermeister Grahl, der Osterwalder Ortsbürgermeister Haase, Herr Schenk vom Heimatbund Frielingen, Herr Wachtel vom Nabu und die Landtagsabgeordnete Editha Lorberg das intransparente, beschleunigte Verfahren für die Stromtrasse:

Während die Gemeinden im Osten Hannovers seit einem Jahr informiert seien, finde für Garbsen eine Bürgerbeteiligung zweiter Klasse im Schnellverfahren statt. Zudem wurde kritisiert, dass die Trasse ALT_091 nicht als fachlicher Vorschlag entstanden sei, sondern im Rahmen einer anonymen Bürgerbeteiligung im Osten Hannovers eingebracht wurde – ein solcher Vorschlag könne niemals Akzeptanz finden. Die Beeiträchtigung der Hannoverschen Moorgest und der Erholungs- und Entwicklungsräume in Garbsen an der Trasse sei inakzeptabel.

Unterstützung war aus Bürgerinitiativen der ebenfalls von der ALT_091 betroffenen Orte Wennigsen, Seelze und aus der Wedemark und dem Calenberger Land angereist. Auf großen Bannern und Plakaten forderten auch sie die Streichung der Trasse ALT_091.

Die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtet

Der Protestzug windet sich durch die Landschaft

Gegen 12.15 Uhr setzte sich der Demonstrationszug dann in Richtung Meyenfeld in Bewegung, und wer sich für die fast 4km lange Strecke fit genug fühlte, machte sich auf den Weg. Mehrere hundert Meter lang zog sich der Protestzug durch die freie Landschaft, die mit der Stromtrasse überbaut und zerstört werden soll. Ein eindrucksvolles Bild des Widerstandes gegen die Monstertrasse! Im bunten Protestzug mit zahlreichen Fahrrädern, aber auch Rollern, Rollstühlen und Bollerwagen waren ortsübergreifend junge Familien ebenso vertreten wie Senioren. Es wurden zahlreiche Plakate und Banner hochgehalten, Pfeiffen und Tröten machten den Protest zudem unüberhörbar. Eine Zählung ergab rund 500 Teilnehmer während des Protestzuges.

An der Bundesstraße 6…

Gegen 13 Uhr kreuzte der Protestzug die Bundesstraße 6 an der Kreuzung Molkereistraße/Schützenstraße. Die Bundesstraße musste für die Dauer des Protestzuges voll gesperrt werden. Entlang der Schützenstraße zog der Protestzug durch Meyenfeld bis zum Ort der Abschlusskundgebung auf der Schützenfestwiese. Hier stießen wieder Bürger aus Meyenfeld und Horst hinzu.

Zum Abschluss wurden Ansprachen von Ortsbürgermeister Barthel und der stellvertretenden Ortsbürgermeisterin Thimian-Milz gehalten. Sie stellten ebenfalls das Verfahren in Frage und betonten den negativen Einfluss der Stromtrasse auf die Landwirtschaft und schützenswerte Natur in Garbsen. Es wurde darauf hingewiesen, dass es keine Langzeitstudien zu möglichen Gesundheitsschäden einer solchen Höchststromtrasse gebe, und dass auch die vermeintlich harmlosere Erdverkabelung mit massiven Eingriffen in das Landschaftsbild verbunden sein.

…steht der Verkehr still.

Die Versammlung wurde dann gegen 13:45 Uhr beendet.

Insgesamt war die Veranstaltung ein großer Erfolg. Erst eine Woche zuvor hatten die einzelnen Bürgerinitiativen der Garbsener Ortsteile beschlossen, ihre Aktivitäten zu bündeln und sich zusammenzuschließen. Diese Demonstration war die erste gemeinsame Aktion – weitere werden folgen!

Ein großer Dank an alle Teilnehmer aus nah und fern, Redner, Organisatoren, Ordner, Mithelfer und die Polizei, die bei Wind und eiskaltem Wetter mitgeholfen haben, dass diese friedliche Demonstration ein großer Erfolg wurde!