SuedLink-Kurzinfo

SuedLink-Trassensegmente 55, 57 und 58

SuedLink ist die Bezeichnung der 800km langen Hochspannungstrasse, die in einem beschleunigten Verfahren in Deutschland derzeit geplant wird und in den nächsten Jahren gebaut werden soll.

Die Firma Tennet hat am 27. September 2016 die neue Planung für Südlink veröffentlicht. Einer von zwei möglichen Korridoren führt durch Garbsen. Direkt betroffen sind Frielingen, Schloß Ricklingen und Horst. Es handelt sich um die Trassensegmente 55, 57 und 58:

Auf der Webseite des Netzbetreibers TenneT TSO kann eine detaillierte Karte aller vorgeschlagenen Trassensegmente heruntergeladen werden: Übersichtskarten Erdkabelvorschläge Deutschland

Da die Trasse bei Garbsen auf kurzer Strrecke die Autobahn 2, die B441, den Mittellandkanal und die Leine queren muss, steht zu befürchten, dass sie dort nicht als Erdkabel verlegt werden kann, sondern auf Strommasten geführt wird. In vorangegangenen Planungen waren für Südlink Strommasten mit einer mittleren Höhe von 65m angenommen worden.

Position der Bürgerinitiativen Garbsen zur SuedLink-Neuplanung

Nach den Bürgerprotesten gegen die Errichtung von oberirdischen Hochspannungsleitungen mussten die Netzbetreiber – wie Tennet – ihre Pläne ändern: Jetzt soll die Erdverkabelung Vorrang haben!

Nun liegt uns die neue Grobplanung mit den Alternativen 57 (durch Frielingen und Schloß-Ricklingen) sowie 58 (durch Frielingen, Horst und Altgarbsen) vor. Sie verlaufen beide etwas weiter westlich, zerschneiden aber weiterhin das Garbsener Stadtgebiet. Genaueres können wir erst dazu sagen, wenn uns detailliertere Planungen bzw. Pläne vorliegen.

Was bedeuten die neuen Varianten 57 bzw. 58 für Garbsen? Die Garbsener Bürgerinitiativen gegen SueLink meinen: “Für Garbsen hat sich dadurch nichts geändert, denn auch die Erdverkabelung mit einer Leitungskapazität von geplanten gigantischen 4 GW hat –  wie die Freileitung – gravierende Auswirkungen auf Natur und Umwelt!“

Die zu erwartenden Probleme bei Höchstspannungs-Gleichstrom-Erdkabeln, besonders die Auswirkungen auf Pflanzen, Tiere und Böden sind derzeit noch vollkommen unerforscht. Zu erwarten sind beim Bau große Erdbewegungen für die bis zu 40m breiten Trassen mit dauerhaften riesigen Schneisen durch die Landschaft.

Garbsen ist durch die vorhandene Infrastruktur wie die Autobahn 2, die Bundesstraße 6, den Mittellandkanal, den Militärflughafen Wunstorf und den internationalen Flughafen Langenhagen bereits stark belastet. Bei der Planung von Suedlink ist dem gesetzlich festgeschriebenen Bündelungsgebot zu folgen, damit möglichst wenig Raum und Landschaft beansprucht werden. Für Garbsen wird das Gegenteil geplant: Die geplante Alternativtrasse läuft in Nord-Süd-Richtung und damit praktisch bündelungsfrei senkrecht zur vorhandenen Infrastruktur. Sie durchschneidet wertvolle verbliebene und geschützte Natur-, Erholungs- und Freiräume der Stadt und zerstört die Landschaft.

Vorrang für Erdverkabelung bedeutet nicht, dass es keine gewaltigen Starkstrommasten geben wird!

Jede Trasse verschandelt und zerstört Landschaftsschutzgebiete. Gerade in Garbsen, das zum Teil eine dichte verstädterte Bebauung mit sozialen Brennpunkten aufweist, sind diese Naherholungsgebiete von besonderer Bedeutung. Sie stellen eine besonders wichtige Funktion für Freizeit und Erholung und das Landschaftserleben dar. Die sensiblen unter Naturschutz stehenden Moore im Norden Garbsens scheinen von der Alternative 58 ja wohl nicht mehr beeinträchtigt zu werden.

Die SuedLink Trassen (57/58) beeinträchtigen – genau wie die ALT-91 – die ländlichen Wohngebiete Garbsens und zerstören deren dörflichen Charakter und somit auch deren soziale Strukturen. Der Wert von Grundeigentum und Immobilien wird durch die Trasse erheblich gemindert, sofern sie überhaupt noch verkäuflich sind.
Auch eine Erdverkabelung greift erheblich in die Landschaft ein und zerstört historische Grünzüge; die riesigen Kabelübergangsanlagen – in Fußballfeldgröße – stellen massive Fremdkörper in der Landschaft dar.

Die SuedLink-Trasse durch Garbsen widerspricht dem Bündelungsgebot und ist daher für die Ga­­rbsener Bürgerinitiativen weiterhin inakzeptabel.