GARBSEN GEGEN SUEDLINK
Bürgerinitiativen Garbsen

29.05.2018

Elektrosmog im Bett? Bürgerinitiativen Garbsen bei der Infoveranstaltung

Ein Bett wurde vor dem Eingang aufgebaut, unter dem Stromkabel vorbeiführten. Daneben prangt das große Plakat STOPPT DIE TRASSE
Foto: M.Stitz

Mit einer spektakulären Aktion haben die Bürgerinitiativen bei der TenneT-Infoveranstaltung an der Aula am Planetenring auf fehlende Abstandsregelungen von Erdkabeln hingewiesen. Ein Bett wurde vor dem Eingang aufgebaut, unter dem Stromkabel vorbeiführten. Daneben prangt das große Plakat STOPPT DIE TRASSE. In der Tat gibt es bei Erdkabelverlegung des SuedLink keine Abstandregelung zu Wohngebäuden, so dass das Kabel durchaus durch den Vorgarten direkt am Haus entlang verlegt werden kann: 4 Gigawatt (die Leistung von 3-4 Kernkraftwerken) direkt neben dem Kopfkissen.

Die Mitglieder der Bürgerinitiativen waren vor Ort und haben bei der TenneT-Infoveranstaltung kritische Fragen gestellt und verwundert festgestellt, dass einige Mitarbeiter des Veranstalters offenbar nicht über wesentliche Fragen informiert waren, die die Bürger betreffen. So war einigen nicht bewusst, dass auch schon darüber diskutiert wurde, dass SuedLink später erweitert werden könnte auf eine Leistung bis zu 10 GW. Zusätzliche Leitungen werden präferiert dort hin gelegt werden, wo schon welche verlaufen ("Bündelungsgebot"). Damit würde die derzeitig geplante Trasse noch breiter werden. U.a. hat die HAZ darüber berichtet.

Auch wurde an mehreren Info-Tischen behauptet, dass von der Höchstspannungsleitung keinerlei gesundheitliche Gefährdung ausginge. Man fragt sich, woher Tennet diese Information hat, wenn selbst die Strahlenschutzkommission eine Gesundheitsgefährdung nicht sicher ausschließen kann und dazu erst im letzten Jahr Langzeituntersuchungen gestartet hat, die noch mehrere Jahre andauern werden.

Im Planungsverfahren gibt es noch keine neuen Meilensteine zu vermelden. In der Region Hannover sind weiterhin die Ost- und die Westtrasse gleichsam Gegenstand der Untersuchungen (siehe dazu die Karte im Online GIS). Die Übertragungnetzbetreiber müssen nach Abschluss der Prüfungen die Unterlagen bei der Bundesnetzagentur einreichen, die dann darüber informiert und die Träger öffentlicher Belange (Städte u. Gemeinden) um Stellungnahme ersucht. Der aktuelle Stand der Planungen kann hier und hier auf Netzausbau.de der Bundesnetzagentur eingesehen werden.

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