Energieautonome Orte: kein Bedarf für überregionalen Netzausbau

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Immer mehr Dörfer und Städte machen sich auf den Weg, die Versorgung mit erneuerbaren Energien selbst zu übernehmen. So berichteten kürzlich der Spiegel und auch eine Reportage des ZDF über die „Stromrebellen“ aus Schönau am Schwarzwald, die – motiviert von den Atomunfällen in Tschernobyl und Fukushima – die Energiewende aus Bürgerhand vorangetrieben haben. Gegen große Widerstände der etablierten Versorgungsunternehmen haben sie die Stromversorgung der Gemeinde übernommen und das Stromnetz zurückgekauft. Mittlerweile wird an fast alle Schönauer Bürger und auch an viele Verbraucher in der Region Ökostrom aus Bürgerhand geliefert. „Das Beispiel Schönau zeigt, dass die Energiewende vor allem dann funktioniert, wenn sie dezentral organisiert ist“, heißt es in der ZDF-Reportage.
Es gibt viele weitere Beispiele dieser Art. So produziert die Gemeinde Freiamt (ebenfalls im Schwarzwald) schon jetzt mehr regenerative Energie und Wärme, als sie selbst verbraucht. Freiamt betreibt mehrere Biogasanlagen, Windräder, Wasserkleinkraftwerke sowie 200 Photovoltaikanlagen und 150 Sonnenkollektoren. Zum Vergleich: Freiamt ist mit 4200 Einwohnern in etwa so groß wie Garbsens Ortsteil Horst.
Aber Energieautonomie funktioniert nicht nur im Schwarzwald. ZEIT.de berichtet über das autarke Dorf Feldheim in Brandenburg, dem sogar der damalige Umweltminister Peter Altmaier 2012 einen Besuch abstattete und bemerkte „das was im Großen noch vor uns liege, werde hier im Kleinen bereits erfolgreich praktiziert.“
Auch im hohen Norden geht man das Thema an: Die Agentur für Erneuerbare Energienn (AEE) meldet, dass im nordfriesischen Braderup Europas größter Hybridspeicher genutzt wird, um den volatilen Wind- und Sonnenstrom zu speichern. Es handelt sich um eine Kombination aus Redox-Flow– (siehe auch hier) und Lithium-Ionen-Batterien. Die Speichertechnologien der Zukunft kann man in Braderup also schon jetzt erleben.
Die TAZ berichtet, in Remstal werde verstärkt auf das Thema der intelligenten Steuerung von Stromerzeugung, -speicherung und -verbrauch gesetzt. Die BürgerInnen-Energie-Genossenschaft Remstal (BEG) betreibt dort ein Plusenergiehaus. Als Speicher kommt ebenfalls eine Litium-Ionen-Batterie zum Einsatz. Energie wird von Photovoltaikanalagen und vom lokalen Blockheizkraftwerk geliefert.

Es gibt unzählige weitere solcher Beispiele:

Es gibt bereits viele Netzwerke und Organisationen, die Kommunen bei dem Weg in die Energieautonomie unterstützen, etwa

Bei deENet findet man in der Liste der Projekte ein Beispiel ganz in der Nähe: Der „Masterplan Landkreis Osnabrück“ soll den Weg aufzeigen, wie man bis 2050 eine 95%ige Reduktion der Treibhausgasemissionen erreichen kann.

Warum sollen wir das in Garbsen nicht auch können?

Übrigens: regional erzeugte Energie aus der Region Hannover gibt’s schon jetzt hier zu beziehen: http://www.naturenergie-hannover.de