Hier geht’s nicht durch: Kreuze neu positioniert

Nach der SuedLink-Neuplanung sind andere Bereiche in Garbsen von der Trassenplanung betroffen. Nun führt das Korridorsegment 55 im Westen von Frielingen und die Segmente 57 und 58 westlich und östlich an Schloss Ricklingen vorbei.

Die roten Protestkreuze wurden daher an der Frielinger Straße und an der Schloss Ricklinger Straße neu positioniert.

Klare Botschaft:
Hier geht’s nicht durch!

Bürgerinitiativen Garbsen beim Fest der Vereine

Am 18. Juni fand das 10. Fest der Vereine im Garbsener Rathaus und auf dem Rathausplatz statt. Auch die Bürgerinitiativen Garbsen waren mit dabei und haben an ihrem Stand über den Verlauf der neuen SuedLink-Trassenkorridore und den Stand des Verfahrens informiert.

Mit einem Modell im Maßstab 1:220 (Spur Z) wurden Auswirkungen für die Landschaft und auch geltende Abstandsregelungen verdeutlicht. Das Modell zeigt exemplarisch den Kabelgraben in der Bauphase und auch die riesigen Leitungsmasten mit deren Dimensionen und Mindestabständen zur Wohnbebauung. Überlandleitungen werden beim SuedLink zum Einsatz kommen, wenn Erdkabelverlegung aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht darstellbar ist. Dies könnte beim Unterqueren der Leine der Fall sein; so konnten die SuedLink-Planer bei der Bürgerversammlung in Frielingen (siehe hier) nicht überzeugend darstellen, dass dies technisch und wirtschaftlich machbar ist.

Mit der Button-Maschine konnten wieder Buttons mit den Logos der Bürgerinitiativen Garbsen geprägt werden, wie auch schon beim letzten Fest der Vereine, siehe Bürgerinitiativen informieren beim Fest der Vereine aus dem Jahr 2015.

zentrales Protestmotiv gegen SuedLink

Das neue zentrale Protestmotiv ist das rechts abgebildete Bild mit einem Strommast und einer Erdkabelbaustelle, die beide rot durchkreuzt sind, auf blauem Hintergrund und dem Schriftzug

„SuedLink durch Garbsen – NEIN DANKE!“.

Hier können Sie dieses Motiv zum Ausdrucken herunterladen, um es als Zeichen des Protests an geeigneter Stelle anzubringen:

Die Dateien unterliegen keinem Copyright und dürfen beliebig verwendet werden (freie Lizenz CC0).

Speicher statt Trasse!

CC0

Es gibt immer mehr Initiativen, die darauf abzielen, die Energiewende mit Hilfe von Stromspeichern auf den Weg zu bringen. So hat Prof. Dr.-Ing. Volker Quaschning von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin berechnet, dass die Energiewende erreicht wird, wenn jeder dritte Haushalt in Deutschland einen Stomspeicher aufweist. Eine Initiative zur Installation weiterer Stromspeicher in den Haushalten kommt beispielsweise aus Bayern. Die Privathaushalte haben den Erfolg der Energiewende sozusagen selbst in der Hand. Zentrale Energieversorger oder Netzbetreiber spielen in diesem Ansatz keine Rolle mehr. Die gleiche Argumentation verfolgt auch Hermann Scheer in seinem Buch zur Energieautonomie.

Der Stromspeicher im eigenen Haushalt ist längst keine Zukunftsvision mehr. Es gibt dazu bereits viele Angebote auf dem Markt. So bietet die sonnen GmbH aus dem Allgäu die „Sonnenbatterie“ an: eine Speicherlösung für den Privathaushalt mit Kapazitäten von 2 bis 16 kWh. Es gibt unzählige weitere Anbieter solcher Produkte, wie etwa die Firma Tesla – bekannt durch die Herstellung von Elektroautos – aber auch Energiekonzerne wie E.ON (siehe etwa hier). Viele weitere Infos über Speicherlösungen findet man hier in einem Vortrag gehalten beim B.U.N.D Hannover.

Die Firma Tesla liefert auch Stromspeicher in größerem Ausmaß: Lösungen für Stadtwerke, die damit Schwankungen von lokal erzeugten regenerativen Energien ausgleichen können.

Wozu braucht man also den überdimensionierten SuedLink?

BUND und BBgS starten Offensive gegen überdimensionierten Stromnetzausbau

Die Landesverbände des BUND in Niedersachsen, Hessen, Thüringen und Bayern (BN) haben gemeinsam mit dem Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink (BBgS) bei einem Treffen am 27.01.2017 in Fulda erneut ihre ablehnende Haltung gegen die geplanten HGÜ-Leitungen SuedLink und SuedOstLink bekräftigt.

Ungeachtet der Tatsache, dass mit aller Wahrscheinlichkeit  in wenigen Wochen die offiziellen Verfahren (Bundesfachplanungen) für die großen HGÜ-Leitungen SuedLink und SuedOstLink eröffnet werden, setzen sich BUND und BBgS weiterhin für eine dezentral-regional orientierte und damit bürger- und umweltfreundliche Energiepolitik ein.

weiterlesen:

beim Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink

beim BUND Niedersachsen

Presseecho: zum Bericht der Frankfurter Neuen Presse

Daimler und Enercity bauen Batteriespeicher

In Herrenhausen entsteht ein Synergieeffekt ganz besonderer Art:

Der Kfz-Hersteller Daimler muss für seine Flotte von Elektro-Smarts viele Batteriemodule als Ersatzteile vorhalten. Wenn diese jedoch konventionell gelagert werden, drohen Kapazitätseinbußen durch Tiefenentladung. Die Batteriezellen müssen also regelmäßig ge- und entladen werden, sogar noch bevor sie im Elektromobil zum Einsatz kommen. In diesem Zusammenhang entstand eine Kooperation mit den Stadtwerken Hannover: Da hier bereits ein sehr großer Teil an regenerativ erzeugtem Strom angeboten wird, besteht Bedarf, die Leistungs-Schwankungen der erneuerbaren Energien zu glätten. Dazu kommt ein Stromspeicher wie gerufen. Enercity und Daimler AG haben sich daher zusammengetan, um gemeinsam ein Batteriespeicherwerk in Herrenhausen zu bauen. Es soll 3000 der Smart-Batteriemodule enthalten und wird eine Speicherkapazität von 15 MWh haben.

Enercity und Daimler unterstützen damit beispielhaft die Energiewende. Solche dezentralen Speicherlösungen sind effektiv und vor allem risikoarm im Vergleich zu einem höchst umstrittenen und extrem kostenintensiven Projekt wie dem SuedLink. Wozu braucht man diese teuere, umweltschädigende und anfällige zentrale Stromtrasse, wenn man derartige dezentrale Batteriespeicher haben kann? Süddeutschland hat noch viel ungenutztes Potential für Windstrom, und auch viel mehr Sonnenstunden als der Norden. Statt den Strom quer durch die Republik nach Süden zu leiten, macht es viel mehr Sinn, ihn vor Ort erneuerbar zu produzieren und die Schwankungen mit solchen Batteriespeicherlösungen (oder Power-To-Gas-Anlagen) auszugleichen!

Weitere Artikel zum Batteriespeicher-Projekt in Herrenhausen:

https://www.enercity.de/presse/pressemeldungen/2016/2016-02-01-batteriespeicher/
https://www.enercity.de/presse/pressemeldungen/2016/2016-11-21-Umweltminister-Wenzel-besucht-Herrenhausen/
http://m.pv-magazine.de/nachrichten/details/beitrag/enercity-setzt-verstrkt-auf-speicher_100025179/
http://www.elektroniknet.de/elektronik-automotive/elektromobilitaet/energiespeicher-aus-smart-batterien-bauen-127116.html

Bürgerversammlung: Notwendigkeit des SuedLink nicht überzeugend dargelegt!

Der Saal im Hotel Bullerdieck füllte sich schnell. Es kamen so viele interessierte Bürger, dass viele mit den Stehplätzen im hinteren Bereich vorlieb nehmen mussten. Viele waren in einem Demonstrationszug – begleitet von 4 Traktor-Gespannen – von Horst in Richtung Frielingen marschiert und hatten mit Fackeln und Plakaten gegen die geplante Trasse protestiert.

Neben den Bürgern waren auch Lokal- und Landespolitiker zu der von den Bürgerinitiativen Garbsen gegen SuedLink organisierten Veranstaltung gekommen.

Garbsens Bürgermeister Dr. Grahl begrüßte die Anwesenden und wies darauf hin, dass Garbsen mit der A2, der B6 und zwei Flughäfen schon jetzt von vielen Trassen in Mitleidenschaft gezogen sei.

Matthias Wantia von der Firma TenneT stellte die Trassenkorridore in den Segmenten 55, 57 und 58 vor, die jeweils westlich durch Frielingen, Schloss Ricklingen und Horst führen. Er erläuterte zusammen mit seinen Kollegen, wie problematische Raumwiderstände wie die Leine oder der Golf- bzw. Campingplatz mit dem Erdkabel unterquert werden sollen. Dabei fiel sehr oft das Wort „möglicherweise“. Offenbar ist noch nicht klar, ob eine Unterquerung dieser Engstellen mit Erdkabeln technisch überhaupt möglich ist. Was die Alternative sein würde, blieb offen – wenn im weiteren Verfahren der Trassenkorridor erst einmal festgelegt ist, steht zu befürchten, dass die über 70 Meter hohen Überlandleitungen zum Einsatz kommen werden.

Als nächster Vortragender setzte sich Dr. Holger Hennies vom Landvolkkreisverband Hannver mit der Frage auseinander, warum die Entschädigungen für Landwirte im verschwindenden Promille-Bereich der Gesamtaufwände für den SuedLink liegen, obwohl die Trasse zu 80% durch landwirtschaftliche Nutzfläche verlaufen soll. Er rief die Landwirte auf, sich in die Diskussionen einzubringen und sich zu Grundstückseigentümergemeinschaften zusammenzuschließen. Der Landvolkkreisverband werde dabei unterstützen.

Waldemar Wachtel vom NABU Region Hannover zählte die vielen verschiedenen Raumwiderstände im Verlauf des Trassenkorridors durch Garbsen auf. Insbesondere wies er auf die in diesem Bereich vorkommenden streng geschützten Tierarten hin. Er forderte von TenneT die Verlängerung der Abgabefrist für Raumwiderstands-Hinweise im Hinblick auf die viel zu kurze Zeit für gründliche Untersuchungen des Korridorverlaufs. Unverständlicherweise beharrten  die TenneT-Vertreter auf dem 29.11.2016 als Abgabetermin, obwohl sie vorher stets die Wichtigkeit der Eingaben der Bevölkerung für das Verfahren betont hatten.

Als nächster Redner stellte Siegfried Lemke vom Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink die Alternativen zum Netzausbau vor. Dazu gehöre vor allem die Power-to-gas-Technologie, die durch Elektrolyse aus überschüssigem erneuerbarem Strom Wasserstoff produziert, der ferner auch mit Kohlendioxid zu Methan (=Erdgas) angereichert werden und im bereits vorhandenen Gasnetz gespeichert und weitergeleitet werden kann. Die Transport- und Speicherinfrastruktur ist also schon vorhanden und muss nicht erst teuer erstellt oder gar gegen Widerstände durchgesetzt werden. [Hinweis: Erläuterungen zu power-to-gas finden sich z.B. hier und hier]. Herr Lemke zeigte auf, dass Stromnetzbetreiber kein Interesse an diesen Alternativen haben: Sie verdienten nämlich bereits am Durchleiten der Windstrom-Spitzen. Die Netzbetreiber könnten beim SuedLink mit einer Rendite von knapp 7% rechnen. Mit einem Sparkonto kann man von solchen Zinsen heutzutage nur träumen.

In der anschließenden Diskussion brachten Anwohner ihre Sorgen ein, dass die Leitung womöglich zu nahe an Grundstücken verlaufen könnte und fragten nach einer Abstandsregelung. Erst nach wiederholtem Nachfragen eröffneten die TenneT-Mitarbeiter, dass es für Erdkabel keine Abstandsregelung gäbe. Es wurde nur auf das Bundesimmissionsschutzgesetz verwiesen [Anmerkung: die Grenzwerte darin (siehe hier, §3a und Anhang 1) sind aber mit 500µT so hoch angesetzt, dass damit für erdgeführte Kabel kein Abstand zu Gebäuden ableitbar ist – anders übrigens als in der Schweiz].

Weiterhin wurde von den Anwohnern ein Alternativvorschlag der Firma Infranetz AG vorgetragen, der einen Streckenverlauf entlang der A7 vorsieht. Herr Wantia antwortete, TenneT habe bereits bei den zuständigen Behörden bezüglich einer Verlegung entlang der Autobahn angefragt und den Hinweis bekommen, dass dies wegen einer bestehenden Abstandregelung nicht möglich sei. Damit erntete er Entrüstung bei den Bürgern: Für die Autobahnen wurden offenbar Mindestabstände gewährt; zu den Häusern und Grundstücken der Anwohner aber muss gar kein Abstand eingehalten werden.

Mehrfach wurde in der Versammlung darauf hingewiesen, dass letztendlich die Politik gefordert sei, für eine sinnvolle und zumutbare Ausgestaltung der Energiewende zu sorgen. Die Bürger sollten sich an ihre gewählten Politiker wenden. Herr Grahl meldete sich diesbezüglich zu Wort und forderte TenneT auf, die Garbsener von der Notwendigkeit der Stromtrasse zu überzeugen. Dies sei noch nicht ausreichend erfolgt.

Die Landtagsabgeordnete Editha Lorberg ergänzte: „Ich werde alles dafür tun, dass diese Trasse nicht durch Garbsen geht, möglichst gar nicht kommt. Und dabei bleibe ich, solange mir niemand wirklich Argumente zeigt, dass diese Trasse wirklich notwendig ist.“
[Der zugehörige Videoausschnitt kann hier angesehen werden]

In der Versammlung wurden mehr als 140 Unterschriften gegen die SuedLink-Trasse gesammelt.